Friedrich Merz tourt durch Deutschland. Zwischen Zugspitze, Mittelstand und VW-Werk verteilt der Kanzler Streicheleinheiten für die Industrie, diskutiert mit Forschern über Zukunftstechnologien und fordert mit der ihm eigenen Verve einen Klassiker des politischen Kabaretts: Den Bürokratieabbau.
Auf seiner Reise meidet Merz auffällig konsequent jene Orte, an denen sich die Folgen von Massenzuwanderung, Deindustrialisierung und Staatsversagen ins Straßenbild eingebrannt haben. Kein Besuch in Duisburg-Marxloh oder Berlin-Neukölln, keine Worte zu den implodierenden Sozialsystemen oder dem längst überschrittenen Kipppunkt des deutschen Wohlstandsmodells.
Stattdessen: Bilderbuchkulissen und leere Zukunfts-Rhetorik, garniert mit betont staatsmännischem Ton vor den Kameras. Das weckt Erinnerungen.
Doch könnte der Kontrast kaum schärfer sein: Während sich Merz auf seiner Rundreise mit zahlreichen PR-Auftritten in der Wirtschaft in Szene setzt, beschleunigt sich der wirtschaftliche Kollaps des Landes ungebremst. Nach den Horrormeldungen aus Kernsektoren wie dem Maschinenbau oder der Bauwirtschaft wird nun auch die wirtschaftliche Schwäche der privaten Haushalte zum veritablen Problem.
Um einen groben Eindruck von der tatsächlichen Stimmungslage in der deutschen Bevölkerung zu erhalten, können wir auf zwei signifikante Datenpunkte zurückgreifen. Da wäre zum einen der Einbruch des Geschäfts im Hotellerie- und Gastgewerbe. Die jüngsten Zahlen aus dem Mai zeigen einen realen Umsatzrückgang im Vergleich zum Vorjahr von vier Prozent. Diese Werte deuten auf eine schwere, vom Konsumenten getragene, Rezession hin.
DRAMA IN REGENSBURG: Geiseldrama beendet! SEK nimmt Verdächtigen fest - Ein Toter | STREAM










