Der Intendant des DDR-Fernsehens war bis 1989 Heinz Adameck. Er war stets auf Linie der Partei. Der Intendant des ZDF heißt jetzt Norbert Himmler. Dass das ZDF sich auf rotgrüner Parteilinie, auch solange auf Linie der CDU, solange die CDU auf rotgrüner Linie ist, bewegt, kann man mit dem Programm, von den Nachrichten bis zu Serien und Filmen, belegen. Finanziert wird das ZDF durch eine Art Steuer, durch Zwangsgebühren; ganz gleich, ob man das Programmangebot annehmen möchte oder nicht, man zahlt dafür. Gerecht wäre es, ein Abosystem einzuführen: Wer das Programm sehen will, soll es auch bezahlen, wer nicht, der nicht.
Dann käme aber nicht mehr genügend Geld rein, beispielsweise für den Intendanten Norbert Himmler, der laut Welt „372.000 Euro im Jahr verdient. Hinzu kommen Sachbezüge, Aufwandsentschädigung, Altersvorsorge und Dienstwagen.“ Oder für Markus Lanz, der 2024 „knapp 1,9 Millionen Euro“ bekam. „Im kommenden Jahr sollen es dann sogar rund zwei Millionen Euro sein.“ Nun ist Lanz möglicherweise aus Eitelkeit der große „politische Fehler“ unterlaufen, durch eine Nachfrage Günther dazu gebracht zu haben, dass der CDU-Politiker sein illiberales, diktaturaffines Denken bloßstellte. Das Entsetzen über Günthers totalitäre Liebäugeleien reichte bis in linksliberale Kreise hinein. Dafür dürfte Markus Lanz im ZDF so viel Ärger bekommen haben, dass er auch den letzten Anschein, journalistisch zu arbeiten, aufgab, und nun schon die zweite Sendung machte, deren Hauptthema und Sorge darin bestand, den Zuschauern einzureden, dass Günther das nicht gesagt hat, was er gesagt hatte.
In der gestrigen Sendung freute sich Robin Alexander über ein Lehrbuch des DDR-Journalismus, dem er offensichtlich im Studium begegnet war, in dem es hieß: „Journalismus ist Agitation mit Fakten.“ Der Satz muss ihn tief beeindruckt haben. Lanz indes versuchte, in den letzten zwei Sendungen ohne Fakten auszukommen. So behauptete der ZDF-Moderator, dass Günther und er nicht über Nius gesprochen hätten. Aber genau das haben sie, zur Erinnerung für Herrn Lanz, bevor er wieder Fake News ruft, laut Timecode: 1:10:36.
Textanalytisch lässt sich nicht nur nachweisen, dass Günther tatsächlich das Verbot der AfD und von „Portalen“ wie Nius gefordert hat, sondern auch, dass Günthers Demokratieverständnis weder pluralistisch, noch freiheitlich, noch bürgerlich ist. Und man gewinnt den Eindruck, dass Lanz das auch weiß. Lanz wirft Nius vor, einen Zusammenschnitt aus den Antworten von Günther hergestellt zu haben, doch Lanz verzichtet darauf, Günthers Einlassungen im Ganzen wiederzugeben und präsentiert nur einen Ausschnitt, obwohl Günthers Äußerungen in ihrer Gesamtheit die Vorwürfe, dass Günther Zensur und Verbote für kritische Medien forderte, erhärten. Gern helfen wir dem Mann, der sich gern mit Precht unterhält, um für einen Philosophen gehalten zu werden, was schon bei Precht schwerfällt, intellektuell und textanalytisch auf die Sprünge.
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