Die spanische Linke jagt ein Korruptionsskandal nach dem nächsten. Jetzt gerät ausgerechnet die Galionsfigur der spanischen Linken ins Visier der Ermittlungsbehörden: Dem früheren linken Ministerpräsidenten José Luis Rodríguez Zapatero wird Korruption im großen Stil vorgeworfen. Der Fall ist einzigartig, denn noch nie zuvor in der spanischen Demokratiegeschichte wurde ein Ex-Ministerpräsident strafrechtlich verfolgt.
Die Verbindungen sollen bis nach Venezuela reichen. Ein weiterer Rückschlag für Regierungschef Pedro Sánchez, der aufgrund mehrerer Korruptionsskandale in seinem engen Umfeld ohnehin schon politisch massiv unter Druck steht. Doch er hält zu seinem Mentor und wies Rücktrittsforderungen im Parlament am Mittwoch zurück.
Der Nationale Gerichtshof in Madrid leitete am 19. Mai ein Ermittlungsverfahren gegen den ehemaligen Ministerpräsidenten ein. Zapatero, der das Land von 2004 bis Dezember 2011 regierte, wirft der Ermittlungsrichter gleich mehrere Straftaten vor. Er soll mutmaßlicher Anführer eines Netzwerks gewesen sein, das sich in einem Geflecht von Unternehmen für seinen politischen Einfluss bezahlen ließ. Zudem werden Zapatero illegale Einflussnahme und Geldwäsche vorgeworfen.
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