Die überraschende Kampfkandidatur der FDP-Veteranin am Wochenende auf dem Parteitag wurde seitdem von vielen Seiten harsch kritisiert. Strack-Zimmermann hatte überraschend ihren Hut in den Ring geworfen und Wolfgang Kubicki sichtlich brüskiert. Der vermeintlich alleinige Kandidat für den Parteivorsitz sah sich plötzlich einer Kampfabstimmung ausgesetzt, ohne sich darauf vorbereiten zu können, und gewann die Abstimmung mit 60 zu 40 Prozent.
Auch bei Lanz ist Strack-Zimmermanns Verhalten das erste Thema. Doch was auf dem Parteitag so überraschend und spontan aussah, sei bereits seit einigen Tagen vorbereitet worden, erzählt die Kriegsexpertin mit der Helmfrisur frank und frei. Sie nennt es dennoch eine spontane Reaktion auf das plötzliche Hinwenden Kubickis hin zur AfD. Darauf habe sie reagieren müssen und daher kurzfristig selbst kandidiert, um einen Gegenpol zu setzen.
Da ist sie wieder: die AfD, die Angst vor der AfD und vor allem die Angst, irgendjemand könne irgendwann die Brandmauer in Frage stellen und mit den „Radikalen“, wie Strack-Zimmermann die AfD nennt, irgendwie zusammenarbeiten.
Für Lauterbach ist der Fall klar. Er hat ein Wort in petto, mit dem er sich aus der eigenen Geschichte bestens auskennt: unseriös. „Der Zirkus erinnert mich an das Lügengerede von Christian Lindner“, sagt Lauterbach. Lindner habe auf ähnliche Weise die Ampelkoalition gesprengt. Auch damals habe es wie eine spontane Entscheidung aussehen sollen, sei aber von langer Hand geplant gewesen. „Das ist einfach der unseriöse Charakter dieser Partei“, sagt Lauterbach und geht noch einen Schritt weiter. Die FDP sei „eine halbseidene Partei“, die man „in der jetzigen schwierigen Zeit“ in einer Regierung „nicht gebrauchen“ könne.
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