„Apps auf Rezept“. Auf den ersten Blick scheint das ein typisches politisches Projekt dieser Tage zu sein: Irgendwas mit Digitalisierung, damit es gut klingt und einem einen Vorwand liefert, Geld unter ausgewählten Unternehmen zu verteilen. Doch bei näherem Hinsehen zeigt sich: Es ist irgendwas mit Digitalisierung, damit es gut klingt und einem einen Vorwand liefert, Geld unter ausgewählten Unternehmen zu verteilen – ohne jeden Nutzen für den, der es bezahlt. In dem Fall den Kassenpatienten.
Wobei in diesem Thema auch Überraschungen stecken: sinnloses Geld ausgeben, um befreundete Unternehmen zu beglücken … Das trägt ganz die Handschrift von Karl Lauterbach (SPD), der absoluten Killervariante für die Beitragsstabilität der Krankenkassen. Doch das Projekt stammt noch aus den Tagen, in denen Jens Spahn (CDU) Gesundheitsminister war. Diese Zeit verlief so verheerend, dass Spahn heute nicht mehr darauf angesprochen werden mag. Ein derart gescheiterter Politiker gilt als größter Favorit für ein Ministeramt unter Kanzler Friedrich Merz (CDU) – aber das nur am Rande.
Die Apps auf Rezept „hinken auch nach mehr als vier Jahren ihren Möglichkeiten hinterher, die Versorgung maßgeblich zu verbessern“, teilt nun der Dachverband der Krankenkassen mit, die GKV. Die Gründe für das Scheitern des Projekts seien vielfältig: Es sei für die Unternehmer zu einfach gewesen, ihr Produkt zur Zulassung zu bringen. Sie hätten anfangs nicht mal nachweisen müssen, ob ihre App überhaupt etwas helfe. „Gleichzeitig steigen Ausgaben und Verordnungen kontinuierlich an“, sagt die GKV. Der Christdemokrat Spahn hat also für Missstände gesorgt und der Sozialdemokrat Lauterbach sie eskalieren lassen. Im Westen nichts Neues.
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