Sie gerieren sich als die Herren des Geldes – die Zentralbanker. Ihr Einfluss auf die Realpolitik und das ökonomische Geschehen darf gerade zu Zeiten explodierender Staatsverschuldung nicht unterschätzt werden. Sie sind der Backstop der Politik. Sie sind diejenigen, die mit massiven Interventionen an Devisen- und Anleihemärkten versuchen, Staatshaushalte, die längst im Schuldensumpf versinken, künstlich über Wasser zu halten. Und sie stehen längst selbst im Wettbewerb untereinander.
Seitdem die USA unter Präsident Donald Trump unmissverständlich klargemacht haben, dass der transatlantische Schmusekurs angesichts europäischer Zensur, ausufernder Staatsintervention und grüner Transformation der Vergangenheit angehört, steht auch die Geldpolitik der Europäische Zentralbank unter verschärfter Beobachtung der Märkte.
Am Dienstag trat deren Präsidentin Christine Lagarde in Paris bei einer Veranstaltung von Business France auf – und hielt eine Rede, die Wellen schlug.
In einer Zeit, in der politische Glaubwürdigkeit immer stärker am Kapitalmarkt verhandelt wird, setzen solche Auftritte Signale, die weit über den Veranstaltungssaal hinausreichen.
In ihrer Rede zeichnete Christine Lagarde ein eigentümliches Gesamtbild – ein Narrativ, das sich offenkundig in den laufenden Währungskrieg mit den Vereinigten Staaten einfügt. Zwischen den Zeilen machte sie einen generellen Vertrauensverlust des US-Dollars aus, ohne den nach ihrer Vorstellung Schuldigen ausdrücklich beim Namen zu nennen. Sie suggerierte, dass Donald Trump mit seiner Abkehr vom Klimakurs und der Deregulierung der US-Wirtschaft erratisch agiere und damit das Vertrauen der Anleger in den amerikanischen Kapitalmarkt erschüttere.
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