Die Fachpresse notierte zehn Minuten Nordkorea-Applaus (rhythmisch) für Merz, aber spontane Beifalls-Eruption für Merkel, obwohl die keinen Ton sagte. Gewissenhaft wurde dafür Merzens Redezeit wiedergegeben (eine Stunde und 15 Minuten), deren Inhalte wir so zusammenfassen können: NATO (gäbe es ohne ihn gar nicht mehr), Mega-Schulden (gäbe es ohne ihn auch nicht), Ukraine (dito). SPD muss geschont werden, denn die hat es schwer genug, AfD muss weg. Apropos „müssen“. „Deutschland muss zur Höchstform auflaufen, sonst schaffen wir das nicht, was wir uns vornehmen müssen.“ Ist jetzt ein wenig verschwurbelt, heißt aber „Wir schaffen das“, wenn nicht, seid Ihr (die Bürger) selbst schuld.
♦ Damit bei seiner Wiederwahl zum CDU-Vorsitzenden nichts schief ging, wurde am Abend vor der Abstimmung „auf Entscheidung des Parteivorsitzenden hin“ der Ausschank alkoholischer Getränke eingeschränkt. Das fehlte noch: Abgeordnete mit Restalkohol an der Tastatur! Sicherheitshalber wurde zudem, auch weil man in der „Digital-Partei“ (Eigenlob) CDU um die Tücken der Technik weiß, Merz auf gute alte Art per Handzettel als Parteivorsitzender bestätigt. Im Vorfeld habe es nämlich, so die offizielle Begründung, „starke technische Unregelmäßigkeiten gegeben, die sich derzeit nicht erklären lassen“. Der Russe?
♦ Nichts sollte Merz seinen großen Tag versauen. Um die Sittenstrolche in der Partei im Zaum zu halten, die solche Großveranstaltungen gern für ihr schamloses Treiben nutzen, gab ein „Awareness-Team“ die Möglichkeit eines „stillen Hilferufs mit der Hand“. Hierbei müssen Frauen und solche, die sich als solche fühlen, die „offene Hand zeigen, Daumen einklappen und die Finger darüber schließen“. Das ist zwar etwas kompliziert, steht aber für das Motto des CDU-Parteitages „Verantwortung verpflichtet“.
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