Kritik zur zweiten Staffel von „Squid Game“: Das Spiel ohne (moralische) Grenzen

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Kritik zur zweiten Staffel von „Squid Game“: Das Spiel ohne (moralische) Grenzen
Bildquelle: NiUS

Als die Serie „Squid Game“ 2021 auf Netflix reüssierte, stellte sie eine kleine Sensation dar – zumindest unter denjenigen, sie es sich trauten, sie anzusehen. In ihr kämpfen verarmte Menschen um viel Geld – und um ihr Leben, denn wer eines der „Spiele“ verliert, bezahlt damit den ultimativen Preis. Mit dem Tod eines jeden Mitspielers steigt der Jackpot, so dass Allianzen unter den Spielern nur kurzlebig sein können. Zu allem Überfluss findet dies vor einer kunterbunten Kulisse statt, mit kindergerechter Musik und die Spiele selbst sind dem entlehnt, was Kinder (zumindest südkoreanische) in den Pausen auf dem Schulhof zelebrieren.

Zum Ende von Staffel 1 – und hier ein kleiner, aber erwartbarer Spoiler – überlebt nur einer: Gi-hun (Lee Jung-jae) ist nun nicht mehr bettelarm, sondern steinreich und auf dem besten Weg, ein neues Leben zu beginnen. Aber sein Gewissen holt ihn ein: er möchte diesem entmenschlichenden Spiel ein für alle Mal den Gar ausmachen – und damit ihm das gelingen kann, muss er wieder mitspielen.

Um gleich zu einem nicht unwichtigen Punkt zu kommen: während in der ersten Staffel alle Mitspieler die einmalige Möglichkeit hatten, das Spiel durch ein Mehrheitsvotum abzubrechen, wird jetzt nach jeder Runde abgestimmt. Und hier wird es politisch, weil beide Fraktionen – wie im US-Wahlkampf säuberlich in Rot und Blau eingeteilt – jeweils andere Motivationen haben. Die größte ist, wie sollte es anders sein, die Gier. Manche von ihnen haben so hohe Schulden, dass ein frühzeitiges Aussteigen ihnen gerade einmal den Status Quo zurückbringen würde.

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