Das Ende einer Religion: Bill Gates glaubt nicht mehr an Untergang der Zivilisation

vor 9 Monaten

Das Ende einer Religion: Bill Gates glaubt nicht mehr an Untergang der Zivilisation
Bildquelle: Tichys Einblick

Eines der schönsten Bücher über religiöse Debatten hat Thomas Mann geschrieben. Im Zauberberg trifft die Hauptfigur Hans Castorp erst den Humanisten Settembrini und dann den Jesuiten Naphta. Beide streiten fortan um Castorps Seele und den Widerspruch zwischen Religion und Materialismus. Nach 900 Seiten taucht der Millionär Mynheer Pepperkorn auf, wird auf die Debatte angesprochen und beendet sie mit den legendären Worten: „alles Quatsch“. Dem Leser macht Mann an der Stelle klar, dass sie gerade etliche Stunden ihres Lebens für reinen Quatsch aufgewendet haben.

Das ist gar nichts im Vergleich zu dem, was die Jünger der letzten Tage der Menschheit zu opfern bereit waren – für ihre Religion, den Glauben an die Apokalypse durch den Klimawandel. Der hieß bald Klimakatastrophe, weil die Bodentruppen gruseligere Schreckensszenarien brauchten, um mobilisiert zu werden. Deswegen verkündeten Priesterinnen der Religion wie Greta Thunberg 2018 auch, dass 2018 das letzte Jahr sei, in dem sich die Welt durch religiöse Opfer – Klimaschutz genannt – vor der Apokalypse retten könne. Eine Apokalypse muss nah sein, um Schrecken zu verbreiten. 2019 wiederholten Thunberg und Co das Ganze nochmal. Um dann zu vertrösten, dass Klima-Armageddon werde schon kommen, verspäte sich aber wie ein ICE der Bahn.

Den Priestern der Religion der Jünger der letzten Tage der Menschheit war kein Opfer zu groß für die Opfergabe des Klimaschutzes. Sie predigten ungebremst gegen Flugreisen. Fast ungebremst. Zwischendrin flogen sie selber kurz nach Bali oder Mexiko. Die Apokalypse werde nur abgewehrt, wenn sich alle tugendreich verhielten, argumentierten sie. Wenn nur sie allein ein Opfer brächten, würde das nicht viel bringen. So waren die Jünger der Religion der letzten Tage der Menschheit weiter bereit, alle Opfer zum Abwenden der Apokalypse zu bringen – solange es die anderen waren, die diese Opfer brachten. Nämlich „die Gemeinschaft“. Klingt besser als „die Anderen“, meint aber das gleiche. Jede Religion steht und fällt mit einem guten Framing.

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