Am 24. Juli 2024 schnitten die Klima-Aktivisten mit Bolzenschneidern ein Loch in den Zaun des Flughafengeländes in Köln-Wahn: Fabian Beese (28) und Judith Beadle (46) sowie weitere Mitstreiter begaben sich auf eine Zufahrtsstraße zur Start- und Landebahn und klebten sich mit einem zähen Gemisch aus Klebstoff und Quarzsand fest. Die Aktion löste eine Kettenreaktion aus: Der gesamte Flugverkehr wurde für mehrere Stunden eingestellt. Laut Flughafenangaben waren in der Hauptreisezeit 3.000 Passagiere von kompletten Flugausfällen betroffen, weitere 10.000 von massiven Verspätungen. Eine Maschine musste nach Düsseldorf umgeleitet werden. Der direkte Schaden für den Airport belief sich auf etwa 50.000 Euro – inklusive des entgangenen Umsatzes in Geschäften und Restaurants. Dazu kamen noch Polizeikosten von 12.000 Euro. Aber Fluggesellschaften drohen mit weiteren, deutlich höheren Regressforderungen.
„Da haben Menschen für ihren Urlaub gespart und können dann nicht fliegen“, betonte Richterin Julia Krüger nun beim Prozess. Im Vergleich zu Straßenblockaden sei diese Aktion ungleich schwerwiegender gewesen – nicht nur wegen der Sicherheitsrisiken auf einem Flughafengelände, sondern auch wegen der massiven Beeinträchtigung tausender Reisender. Dennoch sah das Gericht von weiteren Haftstrafen ab: Judith Beadle wurde zu einer Geldstrafe von 1.020 Euro verurteilt, Fabian Beese (unter Einbeziehung weiterer Delikte wie einer Farbattacke auf das Bundeskanzleramt) zu insgesamt 5.400 Euro. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig; die Staatsanwaltschaft hatte auf Bewährungsstrafen gedrängt und die Angeklagten als unbelehrbar bezeichnet.
Die beiden Klima-Aktivisten dürften jedoch die nächsten 30 Jahre von den rechtlichen Folgen ihres Tuns belastet sein: Judith Beadle berichtete in einem Interview mit der „Zeit“ von unzähligen Anwaltsbriefen und Forderungen in Millionenhöhe, darunter sind auch Kosten von 3,5 Millionen Euro allein für einen Farbanschlag auf eine Luxusyacht. Die 46-jährige Kommunikationsdesignerin lebt mit zwei Kindern und ihrem Mann, der als Stand-up-Comedian eine kleine Betriebsrente bezieht, bereits unter der Pfändungsgrenze. Sie verdient derzeit etwa 400 Euro monatlich durch ehrenamtliche Tätigkeit. Fabian Beese, Vater eines vierjährigen Sohnes, äußerte im Gerichtssaal tiefe Sorge um seine Zukunft: „Ich mache mir große Gedanken. Vor der Aktion habe ich gar nicht darüber nachgedacht, wie teuer das werden könnte.“ Auf GoFundMe bittet er um Unterstützung für Anwaltskosten, bislang kamen 340 Euro an Spenden.
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