Wie der IStGH in Den Haag am Dienstag mitteilte, habe sich Khan „aus eigener Initiative“ entschieden, sein Amt ruhen zu lassen, um die „Integrität der Untersuchungen nicht zu gefährden“. Der 55-jährige Brite weist die Vorwürfe vehement zurück und hatte selbst eine Prüfung durch unabhängige Gremien angeregt.
Die Anschuldigungen wurden bereits im Oktober 2023 beim Leitungsgremium des Gerichts eingereicht. Die betreffende Frau, eine hochrangige Juristin aus dem Umfeld Khans, wirft ihm wiederholte Übergriffe auf mehreren Dienstreisen vor – darunter auch eine mutmaßliche Vergewaltigung in einem Hotelzimmer während einer Mission in Lateinamerika. Interne Ermittlungen laufen seit Dezember. Bislang hat sich Khan nicht öffentlich zu konkreten Vorwürfen geäußert. Auch eine Anfrage an seine Anwälte blieb zunächst unbeantwortet.
Zahlreiche internationale NGOs hatten in den vergangenen Monaten den Druck erhöht und einen sofortigen Rückzug Khans gefordert. Sie warfen dem IStGH mangelnde Transparenz und Inkonsequenz im Umgang mit den Vorwürfen vor – besonders angesichts der sonst so hohen Standards, die der Gerichtshof in Menschenrechtsfragen weltweit einfordert.
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