Hendrik Wüst soll Friedrich Merz ersetzen! Diese Geschichte schwirrte in dieser letzten Maiwoche durch Berlin und durch den Blätterwald der Magazine und Zeitungen. In der Union werde Wüst schon als „Einwechselkanzler“ gehandelt. Merz sei am Ende. So die Tonlage.
Nur: Woher kam diese Geschichte? Einen Sachgrund hatte sie nicht wirklich. Niemand glaubt ernsthaft, dass der Kanzler mal eben so, von heute auf morgen, ausgetauscht werden könnte. Es ist ein Grummeln, eine Stimmung in der Union, die Nius-Politikchef Ralf Schuler im April als Erster aufgriff und niederschrieb. Eine Stimmung, die vor allem Ausdruck von CDU-Hilflosigkeit ist.
Mittlerweile liest man von Stern bis Bild über den angeblichen Kanzlertausch – oder jedenfalls über Hendrik Wüst, den „Einwechselkanzler“. Ein souveräner Politiker im Kanzleramt hätte diese wilden Spekulationen natürlich als genau das behandelt – als wilde Spekulationen, die man einfach abtropfen lässt. Ein Profi im Amt hätte dazu einfach geschwiegen. Denn nichts befeuert die Gerüchteküche noch mehr als ein Dementi an einer Stelle, an der es kein Dementi gebraucht hat.
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