„Die Bürger müssen begreifen, dass der Nanny-Staat nicht gut für sie ist“

vor mehr als 1 Jahr

„Die Bürger müssen begreifen, dass der Nanny-Staat nicht gut für sie ist“
Bildquelle: Tichys Einblick

Joana Cotar war seit 2017 Bundestagsabgeordnete – zuerst für die AfD, dann, nach ihrem Austritt aus der Partei im November 2022, als fraktionslose Abgeordnete. Mit TE spricht sie über ihre Erfahrungen mit dem Berliner Politbetrieb, über den Vorteil, als fraktionsloser Abgeordneter nur dem eigenen Gewissen verpflichtet zu sein, und über die Aufgabe, die den Bürgern in einer funktionierenden Demokratie zukommt.

Tichys Einblick: Frau Cotar, ab der nächsten Legislaturperiode werden Sie nicht mehr Mitglied des Bundestags sein. Mit welchen Gefühlen blicken Sie auf Ihre Zeit in Berlin zurück?

Joana Cotar: Mit einem lachenden und mit einem weinenden Auge. Ich werde definitiv vermissen, im Bundestag zu reden, die Menschen zu erreichen, und mit den Themen, die ich anbringe, Sprachrohr für die Menschen zu sein. Ich werde auch die Interaktion mit den Bürgern vermissen, nicht nur über die sozialen Medien – da bleibt der Kontakt ja bestehen –, sondern auch über andere Kanäle: die Postkarten, die bei mir im Büro ankamen, oder die Nachrichten über die offizielle E-Mail-Adresse.

Auf der anderen Seite bin ich froh, dass ich aus dem Zirkus erst einmal raus bin; dass ich nicht alle zwei Wochen die Sachen packen und nach Berlin muss, um mir die Reden von Habeck und Scholz, und wie sie alle heißen, im Bundestag live anhören zu müssen. Und dass ich jetzt reflektieren kann: Was habe ich eigentlich gelernt aus diesen siebeneinhalb Jahren im Bundestag? Der Blick hinter die Kulissen zeigt ja die Schwächen des politischen Systems. Es ist gut, dass ich mir jetzt die Zeit nehmen kann, um das aufzuarbeiten.

Haben Sie die Fraktionslosigkeit eher als Stärke empfunden, als hilfreich, oder eher als Problem?

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