In Irland breitet sich der Protest gegen die hohen Benzin- und Dieselpreise auf nationaler Ebene aus. Zugleich wächst die Besorgnis der Regierung in exponentieller Weise. Der Donnerstag ist bereits der dritte Tag der Proteste, an dem mit mehr Störungen gerechnet wird, vor allem in der Hauptstadt. Die Konvois rollen wieder. Es sind vor allem Konvois von LKW-Fahrern und Landwirten, aber auch von anderen Betroffenen. So vereinigen sich zwei Gruppen, die in der Vergangenheit einzeln für Proteste sorgten: die Trucker etwa in Kanada wegen aberwitziger Corona-Regeln, die europäischen Landwirte wegen des „Green Deals“. Die gestiegenen Treibstoffpreise bringen beide Gruppen nun in Irland zusammen. Das könnte die Gelbwesten-Bewegung Irlands werden.
Schon seit Tagen wird die einzige Raffinerie für Diesel und Benzin auf der Insel in Cork blockiert. Auch an den Importterminals in Foynes, Limerick und Galway im Westen des Landes gibt es nach wie Blockaden. Das bedeutet: Über diese Routen kommt kein Benzin oder Diesel mehr ins Land. Auf die Weise reduzieren sich die Treibstoffquellen in Irland um die Hälfte. Damit ist vor allem die Gegend um Cork, Limerick und Galway vom Nachschub abgeschnitten.
Noch kann der Staatssender RTE beruhigen: „Es gibt keinen Treibstoffmangel im Land, es ist bis jetzt nur ein Versorgungsproblem.“ Aber schon jetzt gelangt der Treibstoff nicht immer an sein eigentliches Ziel. In Galway ging ersten Tankstellen der Sprit aus.
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