Auslöser der Debatte war ein TV-Auftritt von Mark Rutte in den USA, in dem er den US-Präsidenten ausdrücklich unterstützte. „Ich hoffe wirklich, dass das amerikanische Volk hinter ihm steht, denn er tut das, um die ganze Welt sicherer zu machen“, sagte Rutte. Zudem betonte er, Europas Staats- und Regierungschefs stünden geschlossen hinter Washington.
Diese Aussagen gehen nach Ansicht vieler Kritiker deutlich über das hinaus, was von einem NATO-Generalsekretär erwartet wird. Dabei hatte sich Rutte in den vergangenen Monaten durchaus Anerkennung für seine diplomatischen Bemühungen erworben, insbesondere im Umgang mit der US-Regierung: Sein Ziel war es, Spannungen zu entschärfen und ein mögliches Auseinanderdriften des Bündnisses zu verhindern. Doch sein Stil sorgt immer wieder für Kontroversen.
Bereits zuvor war ihm ein allzu unterwürfiger Ton vorgeworfen worden – etwa, als er den US-Präsidenten bei einem Gipfel als eine Art „Daddy“ für Europa bezeichnete. Auch eine öffentlich gewordene SMS, in der Rutte schrieb, er könne es „nicht erwarten“, den US-Präsidenten wiederzusehen, hatte für Kopfschütteln gesorgt. Mit seinem jüngsten Lob für einen Militäreinsatz ohne NATO-Mandat habe Rutte nun eine Grenze überschritten, meinen mehrere europäische Außenpolitiker.
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