Fast zwei Wochen Unruhen im Iran: Beginnt die Rückeroberung des Landes?

vor 6 Monaten

Fast zwei Wochen Unruhen im Iran: Beginnt die Rückeroberung des Landes?
Bildquelle: Tichys Einblick

Am Freitag war der 13. Tag der Unruhen im Iran, die manche als Proteste sehen, andere als eine Revolution. Ein zweites Mal folgten die Iraner dem Aufruf des exilierten Kronprinzen Reza Pahlavi, sich um 20 Uhr auf den Straßen zu versammeln. Gleichzeitig war das Internet weitgehend abgeschaltet worden. „Kartengeräte funktionieren nicht, Anrufe sind unmöglich“, berichtet ein Augenzeuge laut Iran International, und fügt nur eine Ausnahme hinzu: Die Nutzer des Rightel-Netzes konnten offenbar noch Textnachrichten versenden.

Am Samstag rief Pahlavi auch zu einem landesweiten Generalstreik der Arbeiter im Energie- und Transportbereich auf. Die Demonstranten sollten die Stadtzentren übernehmen. Pahlavi lobte „den Mut und die Ausdauer“ seiner Landsleute. Millionen sollen sich seinen Aufrufen angeschlossen haben, oft mit Rufen wie „Javid Shah“ („Lang lebe der Shah“). Ob das schon Monarchismus ist, bleibt offen. Der Sohn des letzten Schahs, der 1979 von den Mullahs vertrieben wurde, ist die einigende Figur des Protests. Er ist die einzige Person von Gewicht, die klar außerhalb des islamischen Systems steht und für einen politischen Neuanfang steht. Oppositionelle Parteien konnten sich im diktatorisch regierten Iran nicht bilden. Die Rolle Pahlavis könnte, falls es so weit kommt, jener des spanischen Königs Juan Carlos ähneln, der nach dem Fall der Diktatur den Übergang zur Demokratie moderierte.

Zu einer Revolution braucht es allerdings tatsächlich die Besetzung von Schlüsselorten. Von den wenigen Nachrichten und Bildern, die – auch dank Starlink – aus dem Iran dringen, gehen einige in diese Richtung. In der südiranischen Provinz Fars haben sich Bürger Zugang zu einem Gebäudekomplex verschafft, der normalerweise der herrschenden Kaste der Kleriker vorbehalten ist. Das Aufbrechen eines verschlossenen Tors ist mehr als ein Protest. Es bedeutet, dass für die Bürger auf der Straße nicht mehr dieselben Regeln gelten wie für die Herrscher in den Palästen. Das kann der Anfang einer Revolution sein – so wie der Sturm auf die Bastille, das Niederreißen der Tuilerien.

Am Donnerstag brannte zudem ein Bau mit Türmen, anscheinend die Al-Rasul-Moschee im wohlhabenden Teheraner Stadtteil Saadatabad.

Auch in Khomein, dem Geburtsort Khomeinis, rufen Demonstranten den Slogan „Javid Shah“ („Lang lebe der Shah“).

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