Kinder sehnen sich nach Anerkennung von ihren Eltern und nach Geborgenheit bei ihren Eltern. Dafür sind Kinder oftmals bereit, alles zu geben. Kleine Kinder essen ihren Teller leer, obwohl sie schon lange pappsatt sind; die Eltern wollen es halt so und drohen anderweitig mit Liebesentzug. Und große Kinder wählen vermeintlich aus freien Stücken einen Beruf, der eigentlich gar nicht zu ihnen passt, der aber den Eltern gefällt. Wenn die Eltern ihre Liebe an bestimmte Verhaltensweisen binden, können Kinder sich in ihrer Sehnsucht nach Liebe danach ausrichten, selbst wenn das ihre Seele bricht.
Die monotheistischen Religionen gehen davon aus, dass der Mensch in seinem Innersten eine starke Sehnsucht nach Wertschätzung und umfassender Geborgenheit hat, die letztlich nur von dem gestillt werden kann, den sie „Gott“ nennen. „Unruhig ist unser Herz, bis es ruht in dir, o Gott“ (Augustin). Dabei ist die alles entscheidende Frage: Bindet Gott seine Liebe für uns Menschen an bestimmte moralische oder rituelle Vorbedingungen?
Das wäre fatal, denn sensible Menschen könnten dann niemals gewiss sein, ob sie alle Vorbedingungen auch wirklich erfüllen. Eine Gewissheit an Geborgenheit, Vertrauen und Frieden könnte es dann niemals geben.
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