Beginnen wir mit der wichtigsten Aussage des Abends: SPD-Fraktionschef Lars Klingbeil, der noch nie ein Unternehmen gegründet hat, sagt, es mache in Deutschland keinen Spaß mehr, ein Unternehmen zu gründen. Das hat er zwar schon am Sonntag wortwörtlich so bei Caren Miosga gesagt, aber egal. Auch einen Verein zu führen, macht ihm keinen Spaß mehr, sagt er hier wie dort. Oder ein Haus zu bauen. Immerhin steht so viel zu vermuten: Häuser dürften Klingbeil und seine mit Steuergeldern üppig finanzierte Gattin schon gebaut haben.
Viel mehr als Phrasen kann man aus dem Illner-Talk nicht mit nach Hause nehmen. Auch CSU-Chef Markus Söder wiederholt lediglich altbekannte Textbausteine aus seiner kleinen Opportunisten-Druckerei. Putin und Trump seien unsere neuen Gegner („Bedrohungslage, wie wir sie selten hatten“), Deutschland brauche ein neues „Leistunsbewusstsein“ und die AfD sei abgrundtief bös („Alles zum Schaden für Deutschland“). Klingbeil spricht volle viermal (!) während der Sendung von den „Menschen, die jeden Tag aufstehen und fleißig arbeiten“. Und er will „die Wirtschaft ganz nach vorne schieben“, klar. Dieser Hinweis ist für ihn essentiell, schließlich ist er als Finanzminister im Gespräch.
Söder reagiert sauertöpfisch, wenn Hildegard Müller es wagt, ihn in einem seiner ungebremsten Redeanfälle zu unterbrechen. Noch dazu, weil die VDA-Präsidentin auch noch niedrigere Steuern fordert. Die Mitglieder in ihrem Verband der Automobilindustrie seien zu Investitionen durchaus bereit, doch es scheitere an den Rahmenbedingungen. „Der Standort ist international nicht mehr wettbewerbsfähig“, sagt Müller, und: „Deutschland ist international abgehangen.“ Sie meint vermutlich abgehängt.
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