IG Metall scheitert bei Tesla Grünheide: Betriebsrat bleibt gewerkschaftsfern

vor 5 Monaten

IG Metall scheitert bei Tesla Grünheide: Betriebsrat bleibt gewerkschaftsfern
Bildquelle: Tichys Einblick

Wer wissen will, wie brüchig die Macht alter Apparate geworden ist, muss nicht nach Brüssel schauen. Ein Blick nach Grünheide reicht. Dort, in Teslas einziger europäischer Fabrik, hat die IG Metall bei der Betriebsratswahl die Quittung bekommen: Die unabhängige Liste „Giga United“ holte 24 von 37 Sitzen, die IG-Metall-Liste blieb bei 13 Mandaten hängen.

Das ist keine Petitesse. Die IG Metall hatte sich vorgenommen, die Mehrheit zu erreichen und damit die Richtung im Werk zu bestimmen. Stattdessen verlor sie sogar noch an Gewicht: Bei der vorherigen Wahl hatte sie mehr Sitze, nun sind es weniger. Wer das als respektabel verkaufen möchte, betreibt Schadensbegrenzung in eigener Sache.

Das eigentlich Spannende ist nicht, dass eine Gewerkschaft verliert. Das eigentlich Spannende ist, warum. Die IG Metall inszenierte Grünheide über Monate als Musterfall: Hier müsse gezeigt werden, dass Deutschlands Mitbestimmungsmodell auch einem US-Konzern die Leitplanken setzen kann. Tesla wiederum machte klar, dass es sich nicht gern in das deutsche Ritual aus Tarifvertrag, Gremienlogik und Dauerkonflikt einpassen lässt. Und dann kam der Moment, in dem die Beschäftigten entschieden, wem sie Vertrauen schenken.

Publisher Logo

Dieser Artikel ist von Tichys Einblick

Klicke den folgenden Button, um den Artikel auf der Website von Tichys Einblick zu lesen.

Weitere Artikel