Zu berichten, was Britta Haßelmann so sagt, ist stets ein schmerzhaftes Unterfangen. Denn dafür muss man ihr zuhören, was rein körperlich durchaus strapaziös ist. Grund: Die Grünen-Fraktionsvorsitzende nimmt mit schriller Stimme gezielt das Mittelohr unter Beschuss, mit all seinen kleinen, wehrlosen Gehörknöchelchen. Immer mit dem Hammer auf den armen Amboss, und der Steigbügel, der kleinste aller menschlichen Knochen, der kriegt mal ordentlich die Sporen – manche sagen, bis es blutet.
Nun gut, für ihre schmerzende Stimme kann Haßelmann selbstmurmelnd (wenn sie doch nur murmeln würde …) nichts. Aber zum Körperlichen kommt beim Zuhörer ja vor allem noch der intellektuelle Schmerz. Im Streitgespräch mit dem CSU-Abgeordneten Stephan Mayer etwa zählt sie mit ermüdender Ausdauer auf, was man alles diskutieren könne, wenn man denn unbedingt wolle: „Sie können über die Polizeipräsenz reden, Sie können über Drogenkonsumräume reden, über Streetwork, über Sozialarbeit“, betet sie herunter. Und sie hat noch mehr im Köcher: „organisierte Kriminalität“ etwa, „Drogenkriminalität“, „Kartelle“, „Geldwäsche“ und sogar „die Frage von Cyber“, was auch immer sie damit meint. Dann schließlich kommt der entscheidende, der schmerzhafte Satz: „All diese Fragen müssen wir ganz konkret angehen, aber nicht über eine Stadtbild-Debatte, die im Kern doch suggeriert, dass es irgendwie was zu tun hat mit Migration.“
Maischberger frohlockt: „Dann ist es doch gut, dass er’s gesagt hat“, ruft sie, und „dann ist es doch gut, dass wir debattieren“. Leicht verdientes Moderatoren-Honorar an diesem Abend. Einfach auf den Zug aufspringen, so lange er noch ein kleines bisschen rollt. Man spürt ihre stupide Satisfaktion.
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