Hat der grüne Kanzlerkandidat seine Philosophen etwa gar nicht selbst gelesen? Plagiatsvorwürfe gegen Habecks Doktorarbeit

vor mehr als 1 Jahr

Hat der grüne Kanzlerkandidat seine Philosophen etwa gar nicht selbst gelesen? Plagiatsvorwürfe gegen Habecks Doktorarbeit
Bildquelle: NiUS

NIUS hatte Robert Habeck im Vorfeld angefragt und ihn mit den noch nicht veröffentlichten Recherche-Ergebnissen konfrontiert. Am Montagmorgen hat er – noch vor Veröffentlichung dieses Artikels – eine Stellungnahme per Video auf X veröffentlicht. Darin erhebt er Vorwürfe, die am Ende dieses Berichts genannt und entkräftet werden.

Der grüne Kanzlerkandidat Robert Habeck inszeniert sich gern als Intellektueller, der sich mit seinem literaturwissenschaftlichen Hintergrund vom gewohnten Politiker abhebt. Eine NIUS exklusiv vorliegende Untersuchung seiner Dissertation durch Plagiatsgutachter Stefan Weber zeigt indes, dass Habeck unwissenschaftlich und unehrlich beim Zitieren vorging: Habeck täuschte im großen Stil vor, Geistesgrößen im Original gelesen zu haben, während er seine Quellen aus den Arbeiten anderer Wissenschaftler nur abgeschrieben hatte. In der Wissenschaft wird diese Form des Abschreibens inzwischen „Quellenplagiat“ genannt.

Wenn der grüne Kanzlerkandidat Robert Habeck darüber spricht, wie intellektuell und gebildet er ist, spart er nicht mit großen Worten. „Kant hat mir die Kritik beigebracht und Camus den Zweifel“, lässt er die Öffentlichkeit wissen. „Vielleicht liegt es daran, dass ich zu viel Hegel gelesen habe, aber ich glaube fest daran, dass es hinter einer scheinbar zufälligen und zusammenhanglosen Reihe von Ereignissen oft eine gemeinsame Erklärung gibt“, lautet eine von Habecks zahllosen Selbstbeweihräucherungen, die sagen sollen: Mit ihm habe man es nicht mit einem 08/15-Politiker mit pragmatischem (Aus-)Bildungshintergrund zu tun, sondern mit einem neuartigen Politikertypus ­– geerdet in den Tiefen europäischer Geistesgeschichte. Habeck inszeniert sich als Politiker, der darüber hinaus auch sattelfester Intellektueller ist: eine Ausnahmeerscheinung, die in der profanen Sphäre des politischen Betriebs genauso daheim ist wie in der tiefgründigen Welt der großen Ideen. So hat es Habeck erfolgreich bis ganz nach oben geschafft.

Von den Medien zum Philosophen geadelt: Stuttgarter Zeitung (links), FAZ (rechts).

Er pflegt dieses Image bis heute: Bei einem Bühnengespräch mit Michel Friedman gab er im Oktober vergangenen Jahres im Berliner Ensemble gar einen „intellektuellen Imperativ“ heraus, wie die Faz berichtete. Am „kategorischen Imperativ“ Kants orientiert, mit dem dieser Philosophiegeschichte schrieb, forderte Robert Habeck ein geistiges Niveau für Deutschland, für das er die intellektuelle Messlatte setzte. An ihr sei dann auch er zu messen.

Nicht vereinzelt, sondern systematisch erzeugte er den Eindruck, Werke, Aufsätze und Denker im Original gelesen zu haben, ohne dies im Rahmen seiner Dissertation getan zu haben. Bemerkt hat das der Plagiatsgutachter und Privatdozent Dr. Stefan Weber, der bereits Annalena Baerbock Plagiate nachweisen konnte, was seinerzeit dazu beitrug, dass diese an ihrer Kanzlerkandidatur scheiterte.

Über Habeck urteilt Weber nun: „Es finden sich in der Dissertation von Robert Habeck mannigfaltige Quellen- und Zitatsplagiate sowie Textplagiate. Die Quellenarbeit von Robert Habeck ist in Summe als verfehlt und unwissenschaftlich zu bezeichnen.“

Stefan Weber, Privatdozent und Plagiatsgutachter

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