Rom überrascht dieses Jahr. In den letzten Jahren hatten „außergewöhnliche“ Krippen-Ensembles immer wieder für Aufmerksamkeit gesorgt. Berüchtigt bleibt die Aufstellung von 2020, als ein Verschlag aus Astronauten und Darth-Vader-ähnlichen Puppen die Heilige Familie ergänzte. 2024 lag Jesus im Palästinensertuch, was nicht für weniger Wirbel sorgte. Papst Leo setzt dieses Jahr auf eine klassische Krippe, die auch in dieser Hinsicht Normalität zurückkehren lässt.
Die Ausschlachtung des Weihnachtsfestes und seiner Symbole hat besonders seit der Migrationskrise verrückte Blüten hervorgebracht. Nach zehn Jahren scheint das Sujet, dass die Heilige Familie auch „Flüchtlinge“ gewesen seien, zwar etwas abgegriffen. Aber die Einfallslosigkeit des Zeitgeistes lässt an Bewährtem festhalten. Im Jahr 2019 installierte eine Methodistenkirche in Los Angeles Maria und Josef samt Jesuskind in Gitterkäfigen samt Stacheldraht, um gegen die Einwanderungspolitik zu protestieren.
Diese Unterwanderung der Weihnachtsdarstellung hat eine längere Geschichte; allein die Vehemenz hat heute einen anderen Stellenwert. Dass dieser Zug besonders von der politischen Linken genutzt wird, ist ebenfalls keine Neuerung.
Giovannino Guareschi hat diese Pervertierung vor nahezu 80 Jahren auf fast prophetische Art und Weise vorhergesehen – weil er wusste, wie der destruktive Geist tickt. Der Erfinder von Don Camillo und Peppone legte im Dezember 1948 eine Weihnachtsgeschichte vor, die entlarvt, wie der „rote Geist“ versucht, durch Vereinnahmung der Geburt Christi nicht nur politisch Akzente zu setzen, sondern auch die spirituelle Grundlage auszuhöhlen.
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