Großbritanniens Energiewende – vom Erdölland zum Netto-Null-Minister

vor 4 Monaten

Großbritanniens Energiewende – vom Erdölland zum Netto-Null-Minister
Bildquelle: Tichys Einblick

Die “Energiewende” ist nur als Schlagwort ein Exportschlager geworden. Meistens als mahnendes Beispiel, was man nicht tun sollte, jedenfalls wenn man industrialisiert bleiben möchte.

Großbritannien indessen widersetzt sich diesem Trend und folgt dem Motto “von der Energiewende lernen, heißt siegen lernen”. Es hat, ähnlich wie Deutschland, Ministerien mit immer längeren Fantasienamen: “Secretary of State for Energy Security and Net Zero” also Staatsminister für Energiesicherheit und Netto-Null. Geleitet wird dieses vom grünen Hardliner Ed Miliband. Dieser könnte bald Keir Starmer als Premierminister beerben – letzterer ist nach den Jeffrey-Epstein-Verbandelungen seines Parteigenossen (und Botschafter Großbritanniens in den USA) erheblich angeschlagen.

Allerdings ist Großbritannien nicht erst unter der derzeitigen Labour-Regierung auf den Netto-Null-Kurs eingeschwenkt. Allerspätestens schlug der “rechte” Boris Johnson diesen Weg ein. Nicht nur wurde der einstige “Bauchgefühl-Libertäre” Johnson zum Lockdown-Enthusiasten, alsbald sprach er von der “Grünen Industriellen Revolution”. Als Mann, der um Superlative und Versprechungen nie verlegen war, stellte er 2020 seinen 10-Punkte-Plan vor, der mindestens 250.000 neue Arbeitsplätze schaffen sollte. Es darf darüber spekuliert werden, ob seine Ehegattin, Carrie Symonds, Tochter des Eigentümers der linksliberalen Zeitung The Independent, etwas damit zu tun hatte. Damit der Ambitionen nicht genug. Die Regierung Johnson verpflichtete sich, Verbrennungsmotoren bis 2030 zu verbieten. Johnsons ebenfalls “konservativer” Nachfolger (Johnson hielt nur drei Jahre der fünfjährigen Legislaturperiode durch) Rishi Sunak verschob das Datum immerhin um 5 Jahre nach hinten. Der Hardliner Miliband der derzeitigen Labour-Regierung möchte es allerdings nur zu gerne wieder nach vorn schieben.

Alsbald gehörte Großbritannien, das einstige Erdölexportland, zu einem der Länder mit den höchsten Energiepreisen Europas und weltweit. 2023 waren die britischen Elektrizitätspreise 50 Prozent höher als in Deutschland und Frankreich und viermal so hoch wie in den USA und Kanada.

Im Juli 2022 konnte ein Energie-Blackout gerade noch abgewendet werden. Nicht ganz umsonst, Belgien ließ sich den Not-Import aus Atomstrom teuer bezahlen, mit einem Aufschlag von 5.000 Prozent – also dem 50-fachen des gewöhnlichen Marktpreises.

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