Großbatterien – die trügerische Hoffnung der Energiewender

vor 10 Monaten

Großbatterien – die trügerische Hoffnung der Energiewender
Bildquelle: Tichys Einblick

In einem „erneuerbaren“ Stromsystem gibt es zu viel oder zu wenig Strom. Netzfrequenz und Spannung müssen in engen Grenzen gehalten werden. Man vermeidet, von der Unfähigkeit der „Erneuerbaren“ für eine bedarfsgerechte Versorgung zu sprechen und fordert stattdessen sogenannte Flexibilitätsoptionen. Neben der Regelung der Verbraucherseite soll das durch riesige Stromspeicherkapazitäten erreicht werden. Auch hier liegen Anspruch und Realität weit auseinander.

In den Aussagen zur Energiewende wird kontrovers diskutiert und oft geschüttelt und gerührt. Stromproduktion und -speicherung werden vermengt, als seien es gleiche Komponenten im Versorgungssystem. Wenn die starken Schwankungen der Ökostrom-Einspeisungen thematisiert werden, findet sich immer jemand, der nahezu reflexhaft „Speicher“ ruft.

Stromproduktion und -speicherung sind aber nicht nur technologisch verschiedene Paar Schuhe, sie unterscheiden sich vor allem ökonomisch. Stromproduktion ist Wertschöpfung, Speicherung ist wirkungsgradbelastete und damit kostenträchtige Aufbewahrung. Man kann auch nicht eine Automobilfabrik mit einem Parkplatz vergleichen (zumal, wenn vom Parkplatz permanent Autos verschwinden). Das Energiesystem der Zukunft würde aus Erzeugern, Speichern und Wasserstoff bestehen, wird gern formuliert. Ein erst energieintensiv herzustellender Stoff wird einbezogen, was die Tatsache verdrängt, dass ohne ausreichend Erzeugung eine Speicherung, in welcher Form auch immer, wenig Sinn macht.

Ohne Frage können Speicher ein wichtiger Faktor im System sein. Es gibt sie schon lange und bisher reichten ihre Kapazitäten auch aus. Pumpspeicherwerke existieren seit mehr als hundert Jahren, Kondensator- und Schwungmassenspeicher für sehr kurze Reaktions- und Speicherzeiten auch. Chemische Speicher wie Batterien waren schon Ende des 19. Jahrhunderts marktfähig, in der Folge entwickelte sich die Mobilität schnell zur E-Mobilität. Dann verdrängte eine bessere Verbrennertechnik hinsichtlich Reichweite, Preis und Tankinfrastruktur (ohne Henne-Ei-Problem, da marktwirtschaftlich gewachsen) die schwereren und in der Summe der Gebrauchseigenschaften schlechteren E-Mobile.

Die Batterietechnik beruhte vor allem auf Blei-Akkumulatoren und solchen aus Nickel-Cadmium-Zellen. Heute stehen deutlich bessere Bauweisen zur Verfügung, die Lithium-Ionen-Batterie ist seit nunmehr über 40 Jahren immer noch die bevorzugte Technologie hinsichtlich Kosten und Wirkungsgrad. Eine bessere und permanent angekündigte Feststoffbatterie lässt auf sich warten.

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