Gier statt Fakten: Body Mass Index vor dem Aus

vor 26 Tagen

Gier statt Fakten: Body Mass Index vor dem Aus
Bildquelle: Tichys Einblick

Zur Zeit der Ampel-Koalition hatte die Idee einer fiskalisch gesteuerten Ernährung durch die Zuckersteuer trotz der Mühen von Cem Özdemir nicht einmal den Weg ins Kabinett gefunden. Jetzt will die Regierungskoalition auf der kreativen Suche nach Einkünften bei jeder Erfrischung der Bürger einen kräftigen Schluck aus der Pulle nehmen. Dreist ist die Behauptung der Steuer-Strategen, damit der Gesundheit der Menschen einen Gefallen zu tun. Für die Verantwortlichen wäre ein Blick auf die aktuelle Medizin hilfreich. Die Adipositas-Epidemie steht nämlich vor dem Aus. Und nicht nur das. Die Argumentation mit Grenzwerten vom BMI bis zum Zuckerverzehr macht die Koalitionäre in ihrer Unwissenheit zu Kollaborateuren einer inzwischen schon tradierten Korruption.

Jubel einer Organisation wie Foodwatch sollten Politiker nicht als Beleg für die Richtigkeit ihres Vorhabens interpretieren. Mit den selbst ernannten Essensrettern hat deren Gründer Thilo Bode die Lüge zum Geschäft gemacht, um Spendengelder durch Kampagnen zu akquirieren. Dreist behauptet man jetzt zu den Plänen der Berliner Steuereintreiber „Was für ein Erfolg! Für die Kindergesundheit, aber auch für uns.“ Belege für die erwartete Gesundheit gibt es keine. Ideologie trägt keineswegs zur Gesundheit bei. Zudem macht eine Steuer auf Erfrischungsgetränke, wie eine Studie der Universität Cambridge in England ernüchternd feststellt, die Kinder auch nicht schlanker.

Irren ist menschlich, Irreführung dagegen schändlich. In der politischen Diskussion geht es aktuell um das Übergewicht, orientiert am BMI, und um Grenzwerte für den Verzehr von Zucker. Beides ist dem Arzt Philip James zu verdanken. Er hat am Rowett Institute gearbeitet und vor allem für die Beratung oder besser Instrumentalisierung von WHO und UN die International Obesity Task Force (IOTF) aufgebaut. Ein einträgliches Geschäft mit langfristiger Wirkung.

Die WHO, der das „Journal of Clinical Epidemiology“ 2013 und 2015 nach umfangreichen Studien wissenschaftliche Inkompetenz attestiert hat, kolportiert noch heute die Empfehlungen von James zum Zuckerverzehr. Er rühmte sich stets, den BMI installiert zu haben, Grenzwerte für den Verzehr von Zucker als den angeblichen Verursacher von Adipositas definiert zu haben und sogar verantwortlich für Ideen wie die Ampelkennzeichnung von Lebensmitteln und Werbeverbote zu sein.

Der Mann hat das Übergewicht zu einem dicken Geschäft gemacht. Er ist fürstlich entlohnt worden. Als ihm die seriöse und unabhängige Redaktion von The BMJ (früher British Medical Journal), eine der ältesten und weltweit führenden medizinischen Fachzeitschriften, bereits 2006 nachweisen konnte, dass er von der Pharmaindustrie mit Millionen für seine marktgestaltende Arbeit zum Übergewicht bezahlt worden war, hat er das nicht bestritten. Die WHO, die seither für jede Empfehlung zur Ernährung die korrupten Werte von James nutzt, geht bis heute in Deckung.

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