Filmkritik zu „One Battle After Another“: Wenn ein Ultra-Konservativer eine sexuelle Obsession für eine Revolutionärin entwickelt

vor 10 Monaten

Filmkritik zu „One Battle After Another“: Wenn ein Ultra-Konservativer eine sexuelle Obsession für eine Revolutionärin entwickelt
Bildquelle: NiUS

„One Battle After Another“ ist genau der richtige Film im richtigen Moment, weil er den Kampf zwischen ultrarechts und ultralinks mit einer satirischen Dampfwalze niedermäht. Regisseur Paul Thomas Anderson zeigt nach „Boogie Nights“ (Familiengeschichte im Porno-Milieu) und „Magnolia“ (vom Himmel fallende Frösche) wieder einmal, dass ihm nichts heilig ist – tut dies aber mit unglaublicher Stilsicherheit, dramatischen Momenten und tiefschwarzem Humor.

Gleich zu Beginn des Films überfällt eine schwerbewaffnete – wir reden hier von den USA – Gruppe von No-Borders-Aktivisten ein Abschiebungslager, um ihre lateinamerikanischen Brüder und Schwestern in die Freiheit zu entlassen. Die Anführerin ist die streng von Doktrin und nebenbei von ihrer enormen Libido getriebene Perfidia Beverly Hills (Teyana Taylor), mit dabei ihr Liebhaber, der etwas dusselige Bombenbauer Bob Ferguson (Leonardo DiCaprio).

Leidtragender ist Colonel Steven Lockjaw (Sean Penn), der trotz seiner misslichen Position am Ende eines Pistolenlaufes eine sexuelle Obsession für die schwarze Revolutionärin entwickelt. Er stellt ihr nach, aber das ist nicht beruflicher Natur, sondern eher privater. Monate später überführt er sie, worauf die sonst so stramme Revolutionärin erst ins Zeugenschutzprogramm geht, um der Strafverfolgung zu entkommen, und dann daraus ausbüxt, um Lockjaw nicht noch einmal wiederzutreffen. Ihr Ex-Freund Bob und ihre gerade geborene Tochter bleiben auf der Strecke und wir sollen Perfidia für den Rest des Films auch nicht wiedersehen.

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