Die meisten Menschen essen, worauf sie Appetit haben und was ihnen schmeckt. Das ist gut so. Damit haben sie eine deutlich steigende Lebenserwartung erreicht, obwohl sie nach Meinung von Ernährungs-Ideologen mit traditioneller Kost von Mahlzeit zu Mahlzeit ihrem Ende immer näherkommen sollten. Vegetarisch oder am besten vegan sollten sie sich ernähren.
Doch sie essen in der Mehrzahl ausgewogen, was ihnen die Wissenschaft, solange sie sich an Fakten statt an Ideologien orientierte, empfohlen hat. Die heute gepriesenen Ersatzprodukte, bei denen aus Hülsenfrüchten Schnitzel komponiert werden, sind Nischenprodukte. Daten des Statistischen Bundesamtes zufolge belief sich der Wert der hierzulande hergestellten veganen oder vegetarischen Burger, Fleischbällchen oder Nuggets auf 647,1 Millionen Euro in 2024. Zum Vergleich: Im selben Jahr wurden Fleisch und Fleischerzeugnisse im Wert von gut 44,3 Milliarden Euro produziert. Die Fleischproduktion übertrifft den Fleischersatz also um den Faktor 70. Dennoch ist der Fleischkonsum in Deutschland rückläufig. Mit etwa 52 Kilogramm wies der jährliche Pro-Kopf-Verzehr im vergangenen Jahr den niedrigsten Wert seit 1989 auf.
Zu den ernährungsbedingten Krankheiten zählte früher manchmal eher die Mangelernährung. Übergewicht war relativ selten. Die Zeiten haben sich geändert. Heute haben wir ein reichhaltiges Angebot von Nahrungsmitteln. Und da in der modernen Gesellschaft parallel die körperliche Aktivität, die zu den maßgeblichen Faktoren der Kalorienverwertung zählt, kontinuierlich geringer wird, zeigen sich bei manchen Menschen die Resultate einer guten Kost in überschüssigen Pfunden. Mit steigendem Wohlstand, das belegen zahlreiche internationale Studien, steigt auch das Risiko von Übergewicht. Ein Risiko für das Leben muss aber auch das nicht sein. Zumal es sich durch eine Balance von ausgleichender Bewegung und maßvollem Essen wirkungsvoll reduzieren lässt. Auch dazu ist die Studienlage beeindruckend.
Informationen über angeblich richtige Ernährung, über richtungweisende Erkenntnisse aus einer Flut von mehr oder weniger belastbaren Studien, Parolen gegen die Hersteller von Nahrungsmitteln und andere Attacken auf die Geschmacksnerven der Verbraucher sind inflationär. Sie sind nicht das Resultat wissenschaftlichen Fortschritts, sondern in vielen Fällen Zeichen von Geschäftstüchtigkeit.
Für gute Geschäfte braucht man einen attraktiven und tragfähigen Markt. Weil Ernährung ein tägliches Ritual aller Menschen ist, besteht hier ein gewaltiges Marktpotential, um sich beruflich und wirtschaftlich zu verwirklichen. Geschäftige Gurus und Influencer, Anbieter von alternativer Kost oder Propheten von Ideologien gehören dazu. Kreative Ernährungsforscher können ohne Kausalitäten zu ermitteln mit Beobachtungsstudien ihre Existenzberechtigung nachweisen.
🔴 LIVESTREAM von OE24.TV










