Sagenhafte acht Jahre mussten ins Land ziehen, bis sich die Europäische Union und Australien schließlich zu Wochenbeginn auf ein gemeinsames Handelsabkommen einigen konnten. Was EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Australiens Premierminister Anthony Albanese in Australiens Hauptstadt Canberra präsentierten, bedeutete einen weitreichenden Abbau direkter Zölle über einen mittelfristigen Zeitraum.
Über 90 Prozent der Güter sollen künftig zwischen den beiden Kontinenten frei zirkulieren können, selbstverständlich immer unter der Anwendung gemeinsamer Harmonisierungsvorschriften und vor allen Dingen auch der europäischen massiven Klimaschutzregulierungen. Bei jedem dieser sogenannten Freihandelsabkommen muss dies berücksichtigt werden. Die Regulierung entfällt für die Betriebe nicht. Sie wird im Falle der Abkommen mit der EU im weiten Teil auf die Handelspartner ausgedehnt.
Bei jedem der Handelsabkommen, bei denen die Europäische Union als Unterzeichner auftritt, versucht Brüssel, den massiven Klimaprotektionismus in den globalen Handel einzuweben. Wenn man so will, eine Art postmoderner Klima‑Kolonialismus. So viel zum Begriff des Freihandels, wie ihn die Europäer pflegen.
Nun soll also ein Handelsabkommen unterzeichnet werden, das nach Meinung der Beteiligten EU‑Exporte nach Australien um bis zu ein Drittel erhöhen könnte und Investitionen europäischer Unternehmen in Australien um bis zu 80 Prozent ausweiten könnte. Dabei ist die strategische Schlagrichtung klar: Die EU versucht sich gerade im Bereich der Rohstoffe von Chinas Umklammerung im strategischen Bereich wie der Seltenen Erden zu lösen. Und von Rohstoffen hat Australien wahrlich einen reichen Katalog zu bieten.
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