Die Epstein-Files oder “Manche sind gleicher”

vor 7 Monaten

Die Epstein-Files oder “Manche sind gleicher”
Bildquelle: Tichys Einblick

Es sollte der große Befreiungsschlag werden. Als die Trump-Administration ankündigte, die Epstein-Akten freizugeben, schien das Versprechen von Transparenz endlich eingelöst zu werden. Jahrelang hatte sich die Frage im politischen Raum gehalten: Wer wusste von Jeffrey Epsteins Verbrechen? Wer profitierte? Und warum wurde so wenig unternommen?

Nun, da die ersten Dokumente veröffentlicht sind, zeigt sich: Die Fragen verschwinden nicht. Sie werden drängender. Das Justizministerium räumte kürzlich ein, über eine Million zusätzliche Dokumente gefunden zu haben. Bisher wurden etwa ein Prozent des Gesamtbestands veröffentlicht. Man muss kein Verschwörungstheoretiker sein, um sich zu fragen, warum die Aufarbeitung eines Falls, der seit Jahren abgeschlossen sein sollte, immer neue Aktenberge produziert.

Hinzu kommen technische Pannen, die fast schon komisch wären, beträfen sie nicht eines der gravierendsten Verbrechensnetzwerke der jüngeren Geschichte. Viele Schwärzungen in den digitalen Dokumenten waren fehlerhaft, Nutzer konnten geschwärzte Passagen schlicht durch Kopieren und Einfügen sichtbar machen. Dabei kamen Finanzdaten und Namen zum Vorschein. Ob es sich dabei um Schlamperei oder stille Sabotage handelt, sei dahingestellt.

Bemerkenswert ist, was die Akten über die offizielle Erzählung verraten. Regierungsbeamte hatten wiederholt betont, Epstein habe weitgehend allein gehandelt, es handle sich um einen monströsen Einzelfall. Die Dokumente widersprechen dem allerdings deutlich: Bereits unmittelbar nach Epsteins Verhaftung 2019 identifizierte das FBI zehn potenzielle Mittäter.

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