In einem Land, in dem politische Akteure auf den Begriff „Würstchen“ mit einer Empörung reagieren, die man eher bei einer herabwürdigenden Beleidigung erwarten würde, könnte man fast den Eindruck gewinnen, dass das wahre Kernproblem unserer Zeit nicht in geopolitischen Spannungen oder der Inflation liegt, sondern in den Wurst- und Fleischabteilungen der Supermärkte. Aber so ist das, wenn sich das Land in den kleinen, scheinbar unbedeutenden Dingen verliert.
Doch wenn dieses Thema ins Parlament kommt, dann ist es die Pflicht aller Abgeordneten, darüber abzustimmen. Und ja, auch ich habe abgestimmt – mit „Ja“ zum Verbot. Ich gebe es zu: Die „vegane Wurst“ soll nicht mehr „Wurst“ heißen. Es tut mir leid, aber bei diesem Kauderwelsch in der deutschen Sprache hört der Spaß auf. Wer sich so auf die „grün-woke Welle“ stürzt, der sollte sich wenigstens die Mühe machen, das Ganze präzise zu benennen: Warum nicht ein „sorgfältig kompostiertes Hülsenfrüchte-Püree mit feinster Tofustruktur“ statt der lächerlichen „veganen Bratwurst“? Das wäre ehrlich – und so viel ehrlicher als die Verhüllung durch geschicktes Marketing.
Sprache ist mehr als ein Werkzeug. Sie ist der Schlüssel zur Wahrhaftigkeit. Wenn Begriffe verfälscht werden, um sich einer Modewelle oder einer ideologisch geprägten „Wokeness“ zu unterwerfen, verliert man die Fähigkeit, echte Begriffe zu erkennen. Die Wurst muss Wurst bleiben, und das Fleisch muss Fleisch bleiben. Ein fundamentales Prinzip, das nicht nur für den Begriff der Wurst, sondern auch für den der menschlichen Identität gilt. Der „Mann“ muss der „Mann“ bleiben und die „Frau“ die „Frau“. Nein, es geht mir nicht um verkrustete Normen oder rückwärtsgewandte Geschlechterrollen, sondern um notwendige Klarheit einer zivilisierten Gesellschaft.
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