Die Trans-Industrie: So läuft das Geschäft mit dem „falschen“ Körper

vor 3 Monaten

Die Trans-Industrie: So läuft das Geschäft mit dem „falschen“ Körper
Bildquelle: Apollo News

Gialu tanzt lächelnd in einem Zimmer der Klinik „Top Surgery Düsseldorf“ – nur wenige Stunden vor der Brustamputation. Der Eingriff ist irreversibel. Doch das enorme Risiko, eine lebensverändernde Entscheidung zu treffen, die später bitter bereut werden könnte, spielt in dem Video keine Rolle. Gialus Clips versprechen die lang ersehnte Glückseligkeit, für all diejenigen, die meinen, im falschen Körper geboren zu sein. Sie verherrlichen die Amputation von gesunden Körperteilen und werden von Hunderttausenden – einzelne Videos gar von Millionen – gesehen.

Die Klinik, die hier beworben wird, postet auf Instagram selbst Dutzende prä- und postoperative Fotos von Menschen wie Gialu: Bilder von einem gesunden Frauenoberkörper, dann von einem verstümmelten. Wo vorher Brüste waren, sind beim zweiten Bild nun nur noch zwei riesige Narben. Dazwischen Anleitungen zur „Narbenmassage“, ein Nikolaus-Gewinnspiel oder Werbung für eine Vernissage unter dem Titel „Transidentität, Würde und Selbstbestimmung“. Man wirbt damit, dass Schönheit „nicht durch Anpassung an Vorstellungen“ entstehe. „Narben, Formen und Haltungen“ seien „selbstverständlicher Teil des Lebens“.

Gialu ist von dem Konzept begeistert. „Ich war in der Plastmed-Klinik in Düsseldorf, weil das mit die einzige Klinik in Deutschland ist, die das ohne psychologisches Gutachten machen lässt, ab 18 Jahren“, sagt Gialu in einem TikTok-Video. Rund 1,7 Millionen Menschen folgen dem professionell wirkenden Account. Das Impressum führt zu einer Agentur, die Gialu als „Content Creator, Musiker, Model, Schauspieler und Autor“ vermarktet. Ob Gialu für diese Werbebotschaft zur Plastmed-Klinik Geld oder Gegenleistungen bekommen hat?

Nein, antwortete Gialu auf Anfrage von Apollo News, „weder von der Klinik selbst noch von Dritten. Sämtliche Erwähnungen auf meinen Profilen erfolgten freiwillig und ohne Vergütung.“ Die Düsseldorfer Privatklinik, die auch unter dem Namen „Top Surgery Düsseldorf“ auftritt und „geschlechtsaffirmierende Brustoperationen“ für 6.500 Euro anbietet, ließ unsere Fragen bislang unbeantwortet.

Sie residiert in einem futuristischen Neubau des amerikanischen Stararchitekten Frank Gehry im Düsseldorfer Medienhafen. Bei der Eröffnungsfeier berichtete ein Arzt stolz, dass man über 500 Mastektomien – so nennt man die Brustamputationen in der Fachsprache – im Jahr durchführe. Mit Frauen, die mit ihrem Geschlecht hadern, lässt sich also ein Millionenumsatz machen.

Und das nicht nur mit Erwachsenen: Eines der Gesichter der Klinik, die Ärztin Dr. Naja-Norina Pluto, erzählt in einer Folge des Podcasts „Pscht! Das sagt man doch nicht“ über eine Brustamputation „zum Zeitpunkt des sechzehnten Lebensjahres“, also während die Patientin 15 Jahre alt war. Die Jugendliche habe sich als Mann identifiziert, so die Ärztin, die davon schwärmt, nach der Operation zwei bewegende Briefe bekommen zu haben, „handgeschrieben“.

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