Die Kirchen der Lisa Paus

vor mehr als 1 Jahr

Die Kirchen der Lisa Paus
Bildquelle: Tichys Einblick

Früher waren Wahlzeiten gute Zeiten auch für die Kirchen. Doch diese Zeiten sind vorbei. Selbst die Bayern sind nicht mehr dazu bereit, nach dem Besuch von Gottesdienst und Biergarten ins Wahllokal zu gehen und ihr Kreuzchen dort zu machen, wo der Pfarrer es haben will. Bischöfe und Prälaten, Präsides und Präsidenten haben das bemerkt und Vorsorge getroffen. Als sich die Kirchen leerten, haben sie neben ihren Amtssitzen auch ihre Werbefirmen, die Akademien großzügig ausgebaut. Während die Gotteshäuser entweiht und abgerissen, geschlossen oder in Moscheen verwandelt werden, blüht der Akademiebetrieb. Was der Glaube nicht mehr vermag, soll durch mediales Geplänkel, mit Hilfe von powerpoint, workshop und coffee break wettgemacht werden. So jedenfalls die Theorie.

Die Kirchen tun, was alle tun, sie gehen mit der Zeit. Da sie aus Eigenem nichts mehr zu bieten haben, zeigen sie Haltung und setzen sie Zeichen, natürlich gegen Rechts. Die Mehrheit der Gläubigen haben sie damit verprellt; doch die modernen Ersatzkirchen, die Landeszentralen für politische Bildung, die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, die Masse der Netzwerke, der Stiftungen, der Initiativen, der Arbeitskreise, der Interessen- und Fachverbände, die haben sie gewonnen – und damit eben auch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Das zählt, denn damit fließt das Geld in Strömen.

Aber wie lange noch? Was wird, wenn es am 23. Februar schief geht? Wenn die Wähler anders entscheiden als Parteien, Kirchen, Staatssender und Gewerkschaften sich das wünschen? Wer garantiert dann, dass der Akademiebetrieb im altem Stile weiterläuft? Zusammen mit den Mitgliedern werden ja auch die Einnahmen aus der Kirchensteuer knapp, und wer springt ein, wenn Lisa Paus nicht länger an der Kasse sitzt? Solche Fragen treiben nicht nur die kirchlichen Bildungseinrichtungen um, sie machen auch den Kulturschaffenden zu schaffen, die sich daran gewöhnt haben, aus dem Millionen-Programm „Demokratie leben!“ gut versorgt zu werden.

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