Der Fall um den Sexualstraftäter Jeffrey Epstein und dessen perfide geknüpftes Netzwerk enthüllt täglich neue Details. Neue Akten, neue Ermittlungen, neue Namen – mit jeder Veröffentlichung wird deutlicher, wie weit sein Netzwerk tatsächlich reicht und wie viele Fragen bis heute unbeantwortet sind. Dieses System war nicht allein das Werk einflussreicher Männer. Es wurde maßgeblich von Frauen organisiert und zusammengehalten. Bereits 2021 zeichnete sich ab, wie zentral ihre Rolle war. Mit den jüngsten Enthüllungen wird deutlicher denn je: Ohne diese Frauen hätte dieses System nicht bestehen können.
Jenseits prominenter Männer, die in Gerichtsunterlagen auftauchten, existierte ein weitverzweigtes Netzwerk von Frauen, auf dem Epsteins Struktur basierte – organisatorisch, sozial und gesellschaftlich. Man kann sich dieses Netzwerk wie eine Pyramide vorstellen: An der Spitze Ghislaine Maxwell. Darunter Assistentinnen und Organisatorinnen. Daneben Rekrutiererinnen. Und schließlich jene Frauen, die Epstein gesellschaftlich und institutionell nach seiner ersten Verurteilung auf die Beine halfen.
Dokumente aus der „Epstein Library“ des US-Justizministeriums. Die Akten wurden im Februar 2026 online veröffentlicht.
Schon damals war von einem System die Rede, das nahezu industriell funktionierte: An manchen Tagen sollen in Epsteins Villa in Palm Beach bis zu drei „Massagen“ angesetzt worden sein. Termine wurden minutiös koordiniert, Flüge organisiert, Bargeld in Tausenderbeträgen von Konten bei Großbanken abgehoben. Die private Boeing 727, unter Insidern „Lolita Express“ genannt, verband sein Anwesen wie ein logistisches Rückgrat.
Von allen weiblichen Vertrauten besaß Ghislaine Maxwell den größten Einfluss, die größte Macht. Sie war Epsteins engste Mitarbeiterin, gesellschaftliche Brücke und – so schildern es zahlreiche Opfer – zentrale Rekrutiererin. Opfer berichten, sie habe Vertrauen aufgebaut, eine nahezu mütterliche Rolle gespielt und junge Frauen zu Epstein geführt.
Jeffrey Epstein und Ghislaine Maxwell. Die Aufnahme wurde vom House Oversight Committee veröffentlicht.
Virginia Giuffre (eine der prominentesten Klägerinnen und Opfer im Missbrauchsskandal um Jeffrey Epstein): „Sie wirkte wie Mary Poppins. Und deshalb hat man ihr vertraut.“ Mehrere Betroffene schilderten, Maxwell habe gezielt junge Frauen aus prekären familiären Verhältnissen angesprochen, häufig an Schulen, in Clubs oder bei Ferienjobs, und ihnen berufliche Chancen oder finanzielle Unterstützung in Aussicht gestellt. Viele Opfer fühlen sich von Maxwell besonders verraten – nicht nur vom Täter, sondern von der Frau, die sie ihm zuführte.
Gerade diese Konstellation ist schwer zu fassen: Bei einem Verbrechen, das als Inbegriff männlicher Macht gilt, spielen Frauen eine zentrale Rolle als aktiv Mitwirkende.
DRAMA IN REGENSBURG: Geiseldrama beendet! SEK nimmt Verdächtigen fest - Ein Toter | STREAM










