Die Bundespolitik in der Depressionsspirale

vor mehr als 1 Jahr

Die Bundespolitik in der Depressionsspirale
Bildquelle: Apollo News

Gefallen sich die Deutschen in ihrer Depression? Im Stillstand, wie ein Wahlkampfmanager sagen würde? Seit der Bundestagswahl stelle ich mir diese Frage immer wieder. Und falls Sie jetzt höflich schmunzelnd den Finger heben und anmerken, allein diese Zeitbeschäftigung sei doch für eine junge Frau ein dröger Zeitvertreib, kann ich nur die Wimpern niederschlagend entgegnen, dass ich so jung nun auch nicht mehr bin – und zudem meine medizinische Ausbildung womöglich meine Neigung bestärkt hat, die Menschen außerhalb meines Freundes- und Familienkreises gelegentlich wie durch ein Terrarium zu beobachten, durchaus zugewandt, mitunter, doch stets mit Abstand, analytisch. Was hat er denn, der, der da so sitzt?

Was hat er denn, der Deutsche, der von allem so unberührt wirkt? Der sich gibt, als hielte er wie Atlas die Welt und doch nur aussieht wie ein Mann, der nackt im Schneesturm steht – zu festgefroren, um ins Warme zu fliehen.

Er hat den versprochenen Politikwechsel nicht bekommen und fragt sich nun beim zweiten Kaffee, ob dies womöglich ein Anlass wäre, wütend zu werden. Aber was ist schon Wut. Kommt das nicht aus Amerika? Es sieht so hässlich aus, wenn die Amerikaner wütend sind. Und wenn Alice Weidel über Windmühlen schimpft.

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