Klingbeil-Merz im Umfragetief: Diese Regierung hat das Land verloren

vor 4 Monaten

Klingbeil-Merz im Umfragetief: Diese Regierung hat das Land verloren
Bildquelle: Tichys Einblick

Selbst wirkliche Marxisten, wenn es sie noch gäbe, und nicht nur Salonmarxisten, wüssten, dass wirtschaftlicher Niedergang und der Verlust von Akzeptanz und Vertrauen, zu einer Situation der Veränderung führen, die sie „revolutionäre Situation“ nennen, wenn die da oben nicht mehr so regieren können, wie sie wollen, und die da unten nicht mehr so zu leben vermögen wie bisher. Es beginnt immer in der ersten Phase mit dem Anwachsen von übler Stimmung und Erbitterung, steigert sich zu Verdruss und offener Ablehnung und führt dazu, dass Alternativen gesucht und gefunden werden. Was zu beobachten ist, ist die Erosion des Parteiensystem, die mit dem Zerfall der SPD beginnt. Mal versuchen die Genossen, ein bisschen die Grünen nachzumachen, dann ein bisschen die Linken, während sie ihre Wählerschaft systematisch vertreibt, ohne von den anderen beiden Parteien Wähler von sich zu überzeugen. Die Leute wählen das Original. Der SPD stehen zu ihrer Rettung und Erneuerung nur zwei Möglichkeiten offen, entweder sich in der Regierung als die „rechte“ Partei zu profilieren, also die Union rechts zu überholen, oder mit der AfD zu kooperieren, da sind sowieso ihre Wähler hingegangen. Letztes würde die AfD ablehnen. Warum soll sie Aufbauhilfe für die SPD leisten? Denn rechte Politik ist inzwischen Politik für die Arbeitnehmer, die Handwerker, die Gewerbetreibenden.

Frische Luft bekommt die SPD nur noch, wenn ihr im Fallen die Winde entgegenschlagen. Der Union geht es im Grunde nicht viel besser, es sieht zur Stunde nur noch ein bisschen besser für sie aus. Die Funktionäre der Union dürfen den Aufschlag der SPD noch genießen, aber nicht allzu lange, dann erfolgt bereits ihr eigener. Alles hängt mit dem Moment der Krise zusammen, an dem sie wahrgenommen und nicht mehr verdrängt wird, weil sie nicht mehr verdrängt werden kann.

Zunächst zu den Zahlen: Laut Deutschlandtrend für April sind nur noch 15 % der Bürger mit der Arbeit der Bundesregierung zufrieden, 9 % weniger als im März, „sehr zufrieden“ niemand mehr. Hingegen sind 84 % der Bürger „weniger“ oder „gar nicht“ zufrieden mit der Regierung Klingbeil-Merz. Man wundert sich so gesehen nicht, dass Friedrich Merz jeden Staatsbesuch wahrnimmt und ginge er auch noch Palau, Nassau oder Andorra, wenn er nur möglichst viele Länder zwischen sich und Deutschland bringen kann. Elf Prozent der Bürger kamen im Vergleich mit dem Monat April zu den Unzufriedenen hinzu. Dabei kündigt sich die große Krise erst an. Noch wäre durch entschlossenes und zielklares Regieren für Deutschlands Bürger Zeit, den Ausbruch der großen Krise zu verhindern. Doch eine falsche Politik auf allen Feldern von Wirtschaft über Migration, bis Bildung und natürlich im Bereich der Sozial- und Gesundheitssysteme, Propaganda statt Fakten, wachsende Bevormundung und die Unfähigkeit der Regierenden beschleunigt den Ausbruch der großen Krise. Mehr noch, alles, was die Regierung unternimmt oder unterlässt, befeuert die Krise. Immer weniger, fast niemand mehr traut dieser Regierung noch etwas zu, dafür traut man ihr inzwischen alles zu. Und da die Bürger nicht „Schwatz und Quatsch“ studiert haben, sondern ein untrügliches Gefühl für die Realität besitzen, schwant ihnen, was ihnen, was dem Land droht. Dass 97 %, 93 % und 85 % der Anhänger der AfD, der Linken und der Grünen unzufrieden sind mit der Arbeit der Regierung, wobei Arbeit schon ein Euphemismus ist, mag nicht erstaunen, aber das auch 78 % der Anhänger der SPD mit der Arbeit der Koalition unzufrieden sind, sollte Klingbeil und Bas dazu bringen, sich Sachverstand zu holen, doch den finden sie weder bei den Gewerkschaften, noch bei den Jusos, nicht bei Fratzscher, Kempfert und Schnitzer. Und auch bei Lauterbach nicht.

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