Die Bahn fährt neue Rekorde ein – und zwar Minus-Rekorde. Die Pünktlichkeit der Deutschen Bahn (DB) liegt derzeit (Oktober 2025) im Fernverkehr bei sage und schreibe nur noch 51,5 Prozent – ein historischer Verspätungsrekord.
Bei der guten alten Reichsbahn wäre das trotz vieler Mängel und Bürokratie undenkbar gewesen, aber im realexistierenden Deutschland ist heute alles möglich.
Dabei hat die frühere Vorstandsfrau Evelyn Palla als neue DB-Chefin seit Herbst die Aufgabe übernommen, die seit Jahren in die größte Krise ihrer Geschichte fahrende Deutsche Bahn zu sanieren. Allerdings saß sie mitverantwortlich als DB Regio-Chefin seit mehreren Jahren an der Seite ihres erfolglosen Vorgängers. Nun muss auch sie zugeben, es wird alles nicht so schnell besser.
Im Gegenteil: Es bummelt, baut und verspätet sich weiter. Denn die neue Bahnchefin dampft jede Hoffnung auf Besserung drastisch ein. Die Bahn steuere in den kommenden Monaten eher auf weitere Belastungen zu als auf Entspannung, verkündet sie locker in der Süddeutschen Zeitung: „Es wird erst mal nicht besser, so ehrlich müssen wir sein.“ Ihr Ziel für das kommende Jahr schraubt sie herunter – es geht nur noch darum zu stabilisieren und nicht schnell zu sanieren. Die Bahn wolle zumindest verhindern, dass die Pünktlichkeit weiter abstürzt. Wie schön.
Kein Wunder, jetzt rollt nicht einmal mehr jeder zweite Zug auf den Bahnsteigen pünktlich ein. Denn im Oktober hatten lediglich 51,5 Prozent der Fernzüge weniger als sechs Minuten Verspätung – eine Marke, die im europäischen Vergleich ohnehin großzügig bemessen ist. In der Schweiz beispielsweise gilt ein Zug schon ab drei Minuten als verspätet. Mit der aktuellen DB-Verspätung unterbot die Bahn sogar ihren bisherigen Negativrekord aus dem Jahr 2023. Schon seit Juni verharrt die DB-Pünktlichkeitsquote Monat für Monat unter der Marke von 60 Prozent.
Mehr noch: Wie Bahnexperten in Tichys Einblick seit Jahren darauf hinweisen, fallen die schon regelmäßig ausfallenden Züge nicht unter die Verspätungsstatistik nach dem DB-Motto: Wer nicht fährt, kann auch nicht zu spät kommen.
Obendrein hatte der eher unbekannte Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) gleich mal die Zielwerte für die Bahn bei der Pünktlichkeit nach hinten verschoben.
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