Vorab ist eine Erinnerung nötig: Die Deutsche Bahn ist ein Staatskonzern. Formal ist sie eine Aktiengesellschaft, kurz AG, doch das ist Rosstäuscherei. Der Bund ist Alleinaktionär. Er stellt alle gesetzlich für den Eigentümer vorgesehenen Aufsichtsräte und entscheidet damit auch allein über den Vorstand.
In Wahrheit ist die Deutsche Bahn eine als Privatunternehmen verkleidete Behörde. Das merken wir uns bitte kurz, es wird noch wichtig.
„Boah, Bahn“ heißt eine PR-Kampagne, die das Unternehmen vor vier Monaten vorgestellt hat. Es sind sieben Werbefilmchen, in denen TV-Komikerin Ange Engelke als „Zugchefin Tina“ mit typischen DB-Problemen wie Verspätungen und kaputten Kaffeemaschinen im Bordbistro kämpft.
Das Ganze soll selbstironisch sein und die DB trotz ihrer mittlerweile monumentalen Mängel irgendwie sympathisch rüberkommen lassen. Imagepflege nennt man das.
Dafür hat die Bahn viel Geld in die Hand genommen. Sehr viel Geld. Sehr, sehr viel Geld. So viel, dass den verantwortlichen Managern und ihren staatlichen Aufsehern wohl schon früh schwante, dass es deshalb Ärger geben könnte. Als gefragt wurde, wie teuer „Boah, Bahn“ denn eigentlich ist, taten der Konzern und das Verkehrsministerium alles, um die Kosten geheim zu halten.
Als ein Bundestagsabgeordneter im vergangenen Dezember wissen wollte, wie viel Geld für die PR-Kampagne geflossen ist, verweigerte Staatssekretär Ulrich Lange von der CSU die Antwort. Begründung: „Die Offenlegung der Information kann wirtschaftliche und finanzielle Nachteile für die DB AG zur Folge haben.“
Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen.
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