Vom steuerpolitischen Bierdeckel zum vulgären Kommandostaat war es für Friedrich Merz im Grunde genommen nur ein Katzensprung. Nach seinem Ausscheiden aus dem parlamentarischen Betrieb in den Jahren von 2009 bis 2021 wurde aus dem Politiker mit dem ordnungspolitischen Kompass der Schröder-Jahre der lamentierende, staatsgläubige Politiker der Gegenwart.
Aus den wilden Jahren seines Marktradikalismus stammt auch Merz‘ Bonmot: Jeder Bürger solle seine Steuererklärung auf einem Bierdeckel machen können. Selten so gelacht, möchte man dem Kanzler zurufen – da hätten sich Steuerberater, Juristen und all die angeschlossenen Verwaltungsspezialisten, die von steuerpolitischer Komplexität leben, herzlich bei ihm bedankt. Selbstverständlich verschwand die Idee genauso schnell in der politischen Mottenkiste wie später die Steuerreform des berühmten „Professors aus Heidelberg“, wie Gerhard Schröder den Steuerrechtler Paul Kirchhof nannte.
Aus derselben Zeit der Jahrtausendwende stammt auch ein weiteres stilprägendes Zitat, das die Ideologie der Union seinerzeit perfekt einfing: „Es geht nicht um die Verteilung des Vorhandenen, sondern um die Erwirtschaftung eines höheren Sozialprodukts.“ Klassischer Merz-Sound. Wortmeldungen aus einer Zeit, in der die Union noch eine bürgerliche Partei war.
Während sich Merz bei BlackRock ideologisch umprogrammieren ließ, wickelte Angela Merkel ihre Partei, den letzten Hort der Bürgerlichkeit, endgültig ab. Es folgten Atomausstieg, Green Deal und Massenmigration – Merkel überführte die Union in die Arme des sozialistischen Kartells. Fortan galt: Umverteilung statt Wachstum, Hetze gegen Reiche und Erfolgreiche statt Leistung und Eigenverantwortung.
SÜDEUROPA IN FLAMMEN! Über 250.000 Menschen evakuiert – nationaler Notstand in Spanien! WELT STREAM










