Wussten Sie schon, liebe Leser, dass in den USA der Anbau von weißem Spargel so gut wie unbekannt ist? Meist gibt es nur politisch korrekten Grünspargel zu kaufen, und zwar überwiegend importiert aus Peru oder Mexiko. Wobei man nicht wissen kann, ob Donald Trumps Zollpolitik in den Staaten nicht auch dem Bleichspargel zu einem ungeahnten Aufschwung verhelfen könnte: white supremacy im Gemüseregal.
Der Autor dieser Zeilen bekennt sich unumwunden dazu, bösen, weißen Spargel zu seinen Lieblingsspeisen zu zählen, wenngleich es ihm zum Ende der traditionell an Johanni (23. Juni) endenden Spargelsaison manchmal so geht wie Annette von Soettingen in Helmut Dietls Kultserie „Monaco Franze“. In Folge acht erinnert sie sich an ihre Jugend auf einem Rittergut irgendwo im früheren deutschen Osten: „In der Spargelzeit gab es bei uns jeden Tag Spargel: Spargelsuppe, Spargelomelett, Spargel mit Schinken, mit Ei, Spargelpudding. Irgendwann stand mir der Spargel bis hier!“
Aber das ist ja das Schöne an einem klassischen Saison-Gemüse, dass nämlich meist zu dem Zeitpunkt, wenn es einem „bis hier“ steht, der Spuk ein Ende und man fast zehn Monate Zeit hat, um sich von der Asparagin-Überdosis zu erholen und sich wieder auf die – im konkreten Fall – weißen oder grünen Stangen freuen zu können.
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