Der Schornsteinfeger bringt kein Glück mehr

vor etwa 1 Jahr

Der Schornsteinfeger bringt kein Glück mehr
Bildquelle: Tichys Einblick

Schornsteinfeger bringen Glück, hieß es früher. Das Sprichwort stammt aus einer Zeit, in der die Häuser aus Holz gebaut waren und es noch nicht verboten war, mit Holz zu heizen. Das brachte Unannehmlichkeiten wie verräucherte Stuben, Ärgernisse wie verstopfte Kamine und handfeste Gefahren wie Feuerbrünste mit sich, vor denen zu bewahren Aufgabe des Schornsteinfegers war, der eben deshalb ein überall gern gesehener Gast war.

Der Fortschritt hat auch damit aufgeräumt. Heute erscheint der Schornsteinfeger nicht mehr in schwarzem, mit Goldknöpfen verziertem Anzug, den Zylinder auf dem Kopf, die Leiter auf der einen, den gerollten Kehrbesen über der anderen Schulter. Er kleidet sich wie jedermann, also lässig, klettert auch nicht mehr aufs Dach, sondern in den Keller, wo er mit seinen Messgeräten die Abgaswerte ermittelt, überprüft und protokolliert. Und anschließend die Rechnung schickt.

Da ich an sauberem Betrieb, günstigem Verbrauch und geringen Schadstoffwerten genauso interessiert bin wie jedermann, habe ich vor Jahr und Tag mit meinem Heizungsmonteur einen Wartungsvertrag abgeschlossen, der von beiden Seiten zuverlässig erfüllt wird: seitens des Monteurs, indem er einmal im Jahr die gesamte Anlage überprüft und das Ergebnis seiner Bemühungen in einem Protokoll festhält. Und meinerseits, indem ich ihn dafür bezahle.

Publisher Logo

Dieser Artikel ist von Tichys Einblick

Klicke den folgenden Button, um den Artikel auf der Website von Tichys Einblick zu lesen.

Weitere Artikel