Bei Correctiv zeigt sich, was passiert, wenn die Wahrheits-Homöopathie auf Realo-Juristen trifft

vor 4 Monaten

Bei Correctiv zeigt sich, was passiert, wenn die Wahrheits-Homöopathie auf Realo-Juristen trifft
Bildquelle: NiUS

Correctiv wollte den großen Schlag gegen rechts – und hat sich rechts wie links eine eingefangen. Ungebremst ist es der Länge nach hingeschlagen, nicht auf die Knie, sondern aufs Gesicht.

Ausgerechnet jener Gutmenschen-Verein, der seit Jahren mit erhobenem Zeigefinger „Fakten statt Fake News“ predigt, selbst aber von Kampagne statt Kompetenz lebt, ist beim sogenannten „Remigrationsgipfel von Potsdam“ vom selbst errichteten Moralpodest gekracht. Deutschland hat dabei vor allem eines zu sehen bekommen: dass Empörung ohne Beweise kein guter Aktivismus ist, sondern übelste Rufschädigung im Kampagnenformat.Das Einzige, was in Potsdam konsequent abgeschoben wurde, waren die Fakten. Der Mechanismus war lehrbuchhaft: Correctiv lieferte eine hochdramatische Geschichte vom angeblichen Geheimtreffen, Campact presste sie in eine E-Mail-Kampagne, drehte den Spin noch zwei Stufen weiter – und zahlreiche Redaktionen machten daraus brav ihre Schlagzeilen.

In Orwells „Farm der Tiere“ schreibt die Propaganda der Schweine die Parolen an die Scheunenwand – und alle Tiere nicken gehorsam, egal wie der Text geändert wird. Genauso funktioniert ein wesentlicher Teil der deutschen Presse, die brav wiederholt, was die selbst ernannten „Guten“ vorgeben. Aus einem Bericht wird ein Narrativ, aus einem Narrativ moralische Gewissheit. Was ins eigene Weltbild passt, wird nicht mehr geprüft, sondern verstärkt. Und so wird aus individueller Gewissheit kollektive Wahrheit?

George Orwell sitzt an seiner Schreibmaschine und verfasst „Farm der Tiere“ – nachgestellt im Madame Tussauds.

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