Die Schreibtischkrieger: Zu viel Führung, zu wenig Soldaten in der Bundeswehr

vor etwa 1 Jahr

Die Schreibtischkrieger: Zu viel Führung, zu wenig Soldaten in der Bundeswehr
Bildquelle: Tichys Einblick

Eigentlich wollte Kanzler Friedrich Merz (CDU) mit seinen Worten Stärke zeigen. “Whatever it takes”. Er werde die Armee mit ausreichend Geld ausstatten. So die geplante Botschaft. Doch was rüberkam, war Schnoddrigkeit. Die Botschaft, dass es dem Regierungschef nicht nur egal sei, wie viel Geld in die Armee fließt – sondern auch, was dann dort mit dem Etat passiert. Zumindest scheint es so, als ob es unter seinen Vorgängern so war. Denn die Bundeswehr ist eine Behörde geworden, die ihre Führungskräfte umso mehr pampert, desto weniger es an der Basis funktioniert. Das lässt sich aus der Prüfung ablesen, die der Bundesrechnungshof zur Bundeswehr durchgeführt hat.

“Geld allein reicht nicht”, urteilt der Bundesrechnungshof über die deutsche Armee. Die müsse sich auch in ihrer Organisation und in ihrem Personal ausrichten. Zumindest wenn das auf Schulden basierte Geld, das demnächst an die Bundeswehr fließt, sinnvoll angelegt sein soll. “Der vergrößerte Finanzrahmen erfordert einen besonders verantwortungsvollen Umgang mit den finanziellen Mitteln”, gibt der Bundesrechnungshof Merz und seinem Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) als Hausaufgabe auf.

Eigentlich bräuchte die Bundeswehr 203.000 Soldaten, findet aber derzeit nur 181.000, wie die ehemalige Wehrbeauftragte Eva Högl (SPD) noch im März verkündete. Doch die Personalnot herrscht in der Armee nur in den Bereichen, in denen ihre Angestellten ein Gewehr in die Hand nehmen müssen, marschieren oder sich in den Dreck werfen. Für die Etappe hat die Bundeswehr genug Personal gefunden. Die Stellen ab und oberhalb der Besoldungsgruppe A15 sind laut Bundesrechnungshof seit 2010 von 4649 auf 6078 Stellen gestiegen. Ein Zuwachs von 33 Prozent in einer Einrichtung, die zu 20 Prozent unterbesetzt ist. Das Einstiegsgehalt in der Stufe A15 liegt bei 6300 Euro im Monat. In der Besoldungsgruppe B6 sind es über 11.000 Euro im Monat.

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