Den Satz, sie trete ab, vermeidet Sahra Wagenknecht (56) in der Pressekonferenz. Sie frohlockt sogar, sie müsse einige Journalisten enttäuschen, die diesen Rückzug schon vermeldet hätten. Doch auch wenn es Wagenknecht anders nennt: Nach weniger als zwei Jahren tritt sie als Vorsitzende der Partei ab, die Anfang 2024 als Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) gegründet wurde. Amira Mohamed Ali (35) bleibt Vorsitzende, künftig wohl neben Fabio de Masi (35), wenn der Parteitag am Nikolaustag dem Vorschlag zustimmt.
Die Partei hält an dem Kürzel BSW fest. Aber der Vorstand will, dass dies künftig für den Namen „Bündnis Soziale Gerechtigkeit und Wirtschaftliche Vernunft“ steht. Dass linke Parteien ihren Namen ändern kommt häufig vor. Die Linke hieß zuvor PDS und WASG, davor SED. Solche Namenswechsel sind in der Regel ein Zeichen dafür, dass es nicht mehr läuft. Mit dem neuen Namen soll alles besser werden. So wie ohnehin das wichtigste linke Credo lautet, dass der Sozialismus bisher zwar immer gescheitert ist, aber dass der nächste Versuch ganz bestimmt klappt.
Dass es nicht gut läuft für das BSW, will Gründerin Wagenknecht ebenso wenig sagen, wie dass sie zurücktritt. Die Partei habe am Anfang – Januar 2024 – ein großes Potenzial gehabt. Doch große Teile dieses Potenziales seien wieder abgewandert. Zum Bedauern von Wagenknecht an die AfD. Die Abwanderer wolle sie jetzt zurückgewinnen, indem die Partei auch jenseits des Themas Frieden mit Russland erkennbar werde. Deswegen will die noch amtierende Vorsitzende eine Grundsatz-Kommission gründen und deren Vorsitz übernehmen.
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