Erst am vergangenen Wochenende hatte US-Präsident Donald Trump acht europäischen Ländern massiv gedroht: Frankreich, Finnland, Dänemark, Deutschland, Schweden und die Niederlande sowie Norwegen und Großbritannien müssten sich auf Zusatzzölle von zehn Prozent gefasst machen, wenn die USA künftig nicht über Grönland verfügen könnten und sie weiter seine Absichten hintertrieben. Für diese Länder wäre dann ein Zoll von insgesamt 25 Prozent (statt 15 Prozent) fällig geworden. Dann flog Trump zum World Economic Forum (WEF) in die Schweizer Berge und sprach am Mittwochmittag in Davos erneut über Grönland und seinen Wunsch, das „Stück Eis“ zu bekommen. An den internationalen Börsen wechselten die Vorzeichen, die Kurse gingen in den Keller; die EU-Staats- und Regierungschefs verabredeten sich bereits zu einem Sondergipfel, als Trump am Abend wieder einmal überraschte. Auf seinem sozialen Netzwerk Truth Social teilte er mit, dass es die Zölle ab dem 1. Februar nicht geben werde; dafür existiere ein Deal über Gespräche zu Grönland.
Als Grund für seinen Rückzieher gab Trump ein sehr „produktives Treffen“ mit dem Nato-Generalsekretär Mark Rutte an. Mit ihm habe er den Rahmen für künftige Gespräche über die ganze arktische Region geschaffen. Zudem soll es Unterredungen über das Raketenabwehrsystem Golden Dome geben, das sich auch auf Grönland erstreckt. Eine Abtretung Grönlands an die USA war vom Tisch. Gemäß Angaben der „Welt“ beinhaltet die Grundsatzvereinbarung vier Punkte: Der erste ist der Rückzug sämtlicher Zolldrohungen. Der zweite sieht eine Neuverhandlung des Sicherheitsabkommens vor, das die USA 1951 mit Grönland geschlossen hatten. Der Bau eines Golden-Dome-Systems wird Teil davon sein. Der dritte Punkt sieht vor, dass die USA die Hoheit über Militärbasen auf Grönland erhalten – nach dem Vorbild der britischen Luftwaffenstützpunkte auf Zypern, die zum britischen Staatsgebiet gehören. Die USA würden ihr Staatsgebiet ausweiten, ohne sich die Insel einzuverleiben und schließlich soll den USA eine Art Investitionskontrolle zugestanden werden, um die Kontrolle über den Abbau von Rohstoffen zu erhalten. Am Donnerstag dann erneute Kehrtwende an den Börsen: Die Eskalation war abgewendet, die Notierungen stiegen wieder. Nach zweitägiger Erholung hat sich am US-Aktienmarkt am Freitag allerdings dann keine einheitliche Tendenz ausgebildet. Standardwerte gaben nach, im Tech-Sektor war die Stimmung etwas besser. Aus der Gruppe der Magnificent Seven legten Microsoft, Meta, Amazon und Nvidia deutlich zu.
Die Stimmung der US-Verbraucher hellte sich im Januar stärker auf als erwartet, wie am Freitag eine zweite Schätzung des von der Universität Michigan erhobenes Konsumklimas zeigte. Der Leitindex Dow Jones Industrial verlor 0,6 Prozent auf 49.099 Punkte und auf Wochensicht damit gut 0,5 Prozent. Der marktbreite S&P 500 schloss am Freitag praktisch unverändert 6.915 Punkten und verbuchte ein Wochenminus von gut 0,3 Prozent. Der technologielastige Nasdaq 100 stieg am letzten Handelstag der Woche um 0,3 Prozent auf 25.605 Zähler, womit sich eine Wochenbilanz von plus 0,3 Prozent ergibt. Von der Verunsicherung am Markt profitierten am Freitag erneut die Edelmetalle. So stieg der Preis für Silber erstmals über 100 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). Gold nähert sich der 5.000-Dollar-Marke je Unze. Aktien von Silber-Produzenten folgten vor dem Wochenende dem steigenden Silberpreis und zogen ebenfalls an: Bei Pan American Silver, First Majestic, Wheaton und Hecla Mining gab es Aufschläge von bis zu fünf Prozent.
DRAMA IN REGENSBURG: Geiseldrama beendet! SEK nimmt Verdächtigen fest - Ein Toter | STREAM










