Ein blaues Sofa macht uns Ärger und mächtige Feinde

vor 5 Monaten

Ein blaues Sofa macht uns Ärger und mächtige Feinde
Bildquelle: Tichys Einblick

Bertelsmann ist ein riesiger Konzern. Weltweit ist er zwar zusammengeschnurrt. Um die Jahrtausendwende lag er in der Spitze auf Platz zwei oder drei der globalen Medienunternehmen. Und trotz weiteren Platzierungsverlusten in den letzten Jahren liegt er immer noch auf Platz 18 der Weltrangliste. Zum Unternehmen zählen die europäischen Fernsehsender von RTL, die großartigen Buchverlage von PenguinRandom House, riesige Service-Leistungen und Abrechnungsdienstleister. Aber auch die kläglichen Reste des abgewrackten einstmals größten deutschen Zeitschriftenverlags Gruner+Jahr mit dem gefledderten STERN und der vergehenden Modeillustrierten Brigitte, heute das Magazin der Omas gegen Rechts.

Bertelsmann bleibt trotz des langsamen Verglühens ein Konzern der Superlative: Sein Umsatz beträgt ungefähr das 20.000-fache von Tichys Einblick. Aber der Riesenelefant hat Angst vor der Maus. Deshalb zieht Bertelsmann mit einer gewaltigen Klage gegen TE zu Felde. Den Weltkonzern juckt es nicht. Was sie nicht wissen: TE wird sich wehren und kann es. Größe ist nicht Alles.

Der Anlass ist ein blaues Sofa. Das stand nämlich auf der Bühne der alternativen Buchmesse in Halle im vergangenen November. Auf dem Sofa nahm Wolfgang Herles Platz, außerdem Fürstin Gloria von Thurn und Taxis und auch der Bestseller-Autor Gerald Grosz. Hinter dem Sofa befindet sich, nun ja: eine Bar, zurechtgezimmert aus Holz-Paletten. Mit leeren Flaschen. Bescheiden, wie es uns gebührt, vor rund 1.000 Zuschauern, die viel Spaß hatten.

Aber genau das scheint Bertelsmann ein Dorn im großen Auge zu sein. Denn das „Blaue Sofa“ gehört dem Konzern. Und das stimmt zum Teil tatsächlich: Wolfgang Herles hatte die Idee, auf der Frankfurter Buchmesse für das ZDF Interviews zu führen – auf einem blauen Sofa. Es war natürlich ein viel nobleres Edelstück. Unter Herles wurden Interviews auf einem blauen Sofa ein Erfolg. Das Konzept des „Blauen Sofas“ hat Bertelsmann übernommen. Auf den früheren Erfolg haben wir auch Bezug genommen; Ehre wem Ehre gebührt, lieber Wolfgang.

Aber genau hier beginnt das Drama:

„Auf der alternativen Buchmesse „Seitenwechsel“ führten Herr Herles und der Antragsgegner zu 2) im Rahmen der „Abendveranstaltung von Tichys Einblick“ ein öffentliches Bühnengespräch über Veränderungen in der Medienwelt. Die beiden nahmen nach einer kurzen Anmoderation auf einem auffälligen blauen Sofa Platz, das auf der Bühne erhöht vor dem Publikum stand“ schreiben uns und dem Landgericht Hamburg die Bertelsmänner. Dabei: Wir lobten sogar die Idee, nannten die einstige Veranstaltung die „Ruhmesrampe zum Erfolg“.

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