Der Zustand der (vormaligen?) Bildungsnation Deutschland schreit, ja stinkt zum Himmel. Selbst in internationalen Fachkreisen fragt man sich, wie eine vormals weltweit bewunderte, oft nachgeahmte Bildungsnation mit (Un-)Bildung ihr einziges Kapital verspielen konnte. Antworten auf diese Frage gibt es viele – und noch mehr Ausreden, Ablenkungsmanöver und Beschönigungen.
Die möglichen Detailantworten auf die Frage nach dem desaströsen Zustand des deutschen Bildungswesens kann man in zwei Antworten zusammenfassen. Zum einen sind für den Absturz hausgemachte, ideologisch ummantelte, im Endeffekt destruktive Fehlentscheidungen verantwortlich; institutionalisierte Schlafmützigkeit kommt hinzu.
Hinzu kommt der Import von Analphabetismus, Bildungsarmut und Gewaltaffinität in deutsche Schulen.
Problem 1: Jugendliche ohne Schulabschluss Erst im Oktober 2025 wurde bekannt, dass sich der Anteil der Schüler ohne Schulabschluss binnen zehn Jahren (2013/14 versus 2023/24) verdoppelt hatte: Bei Schülern ohne Hauptschulabschluss etwa von 7,23 auf 17,92 Prozent. In der Summe waren es 2024 62.000 Schüler ohne Schulabschluss. Darunter rund zwei Drittel männlichen Geschlechts und fast 70 Prozent ohne deutschen Pass. Zahlen für 2025 liegen noch nicht vor. In den meisten Fällen muss man erwarten, dass das einen nahtlosen Übergang vom Bildungs- ins Sozialsystem bedeutet.
Problem 2: „Pseudoakademisierung“, Ausbluten der beruflichen Bildung und Fachkräftemangel Dem stehen „schöne“ Quoten gegenüber: Der Anteil aller Schulabgänger mit Studierberechtigung (was nicht immer Studierbefähigung heißt) verharrt unvermindert bei 50 Prozent. 2025 gab es 488.000 Studienanfänger; 2015 waren es 443.000; 2025 werden es 530.000 sein. Gleichzeitig begannen 2025 476.000 junger Leute eine Lehre; im Jahr 2015 waren es 713.000.
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