Berlin ist wieder wer. Zumindest in einer ganz und gar großstädtischen Disziplin: dem umfangreichen, zielstrebigen und regelmäßigen Drogenkonsum.
Die EU-Drogenagentur Euda analysiert jährlich die Rückstände von fünf Substanzen im Abwasser von 130 Kläranlagen in 28 Ländern: Cannabis, Crystal Meth, Ecstasy, Ketamin und Kokain.
Womit gut 72 Millionen Menschen täglich die Kanalisation beglücken – das verrät den Wissenschaftlern mehr über den tatsächlichen Drogenkonsum einer Stadt als jede Polizeistatistik. Denn die misst nur, was Beamte auch wirklich finden – eine Methode, die naturgemäß große Lücken lässt. Vor allem in Städten, in denen die Polizei andere Prioritäten hat.
Da sage nochmal jemand, Deutschlands Hauptstadt bekomme nichts auf die Reihe. Tatsächlich spielt Berlin in derselben Liga wie die niederländische Partymetropole Amsterdam.
Jedenfalls beim Kiffen.
Platz 4 in Europa. Das kann sich doch sehen lassen. Gemessen übrigens in Milligramm pro 1.000 Einwohner, damit die Werte auch wirklich vergleichbar sind und sich niemand hinter Touristenzahlen verstecken kann.
Gleich fünf der 13 teilnehmenden deutschen Städte finden sich beim Cannabis-Ranking in den Top 10 der EU. Neben Berlin, Hamburg und München schaffen es auch die eher unerwarteten Kandidaten Erfurt und Nürnberg unter die Besten – oder unter die Schlimmsten, je nach Sichtweise. In weiteren sieben unserer Städte liegen die Rückstände in der Kanalisation ebenfalls deutlich über dem EU-Schnitt.
Wir nehmen Drogen, was das Zeug hält.
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