Bei Illner: Putin geht auf Konfrontationskurs

vor 10 Monaten

Bei Illner: Putin geht auf Konfrontationskurs
Bildquelle: Tichys Einblick

Russlands Machthaber testen in zunehmendem Maße ihre Möglichkeiten aus und agieren offen konfrontativ gegenüber der EU. Mit günstigen Drohnen dringen die Russen in den Luftraum von westlichen Staaten wie Dänemark ein und stiften Unruhe. Die EU ist durch die Luftraumverletzungen der Russen aufgeschreckt. Weniger aufgeschreckt ist an diesem Donnerstag die abendliche Talkrunde bei Illner. Denn Putin und der Krieg in der Ukraine sind bei Illner viel besprochene Dauerbrenner und die Diskutanten sind allesamt Stammgäste zu diesen Themen. Der Talk hat dadurch einen Hauch von “Täglich grüßt das Murmeltier” mit Bill Murray in der Hauptrolle. Statt wie im Film immer wieder denselben Tag zu erleben, wird der Zuseher Zeuge der immer gleichen Talkshow. Was im Film zu urkomischen Situationen führt, dürfte bei den Zusehern von Illner große Langeweile auslösen.

Ein waschechter Linker hält nichts von Waffen und glaubt an Pazifismus. Die reale Entsprechung dieses Klischees ist der Chef der Linkspartei Jan van Aken. Seit jeher ist van Aken Gegner der Rüstungsindustrie. Es ist deshalb nicht sonderlich verwunderlich, dass der Hamburger in der Sendung einen radikalen Standpunkt zum Krieg in der Ukraine einnimmt. “Hätten wir von Anfang an härtere Sanktionen verhängt, dann hätten wir uns die Waffenlieferungen sparen können”, behauptet van Aken. Eine sehr gewagte These. Die Ukraine wurde nach der russischen Annexion der Krim von westlichen Ländern wie den USA und Großbritannien militärisch unterstützt. Es ist nicht davon auszugehen, dass die Ukraine ohne die Waffen des Westens nur ein paar Tage gegen Russland bestehen hätte können.

Die Runde teilt deshalb die Meinung von van Aken nicht. “Wenn wir keine Waffen geliefert hätten, dann gäbe es die Ukraine nicht mehr”, entgegnet Manfred Weber, der Chef der Europäischen Volkspartei. “Wir müssen militärische Stärke zeigen”, findet er. Doch van Aken glaubt nicht an die Notwendigkeit von militärischer Bewaffnung. “Hätten wir kein Öl mehr gekauft, hätten die Russen den Krieg wohl beendet”, vermutet er. In der Tat kauft der Westen bis heute fossile Brennstoffe aus Russland. Allerdings ist der Umfang deutlich gesunken. Eine sofortige Boykottierung von russischem Öl wäre damals logistisch und ökonomisch in keinster Weise umsetzbar gewesen, ohne dass es zu größeren Verwerfungen gekommen wäre. Die Ukraine selbst bezieht bis heute fossile Energie aus Russland. Am meisten geholfen hat dem osteuropäischen Land, dass der Westen es militärisch unterstützt hat. Es ist deshalb zynisch, wenn van Aken sagt: “Als Linker stehe ich natürlich an der Seite des Ausgegrenzten.” Van Akens naiver Pazifismus schützt keinen Ausgegrenzten vor dem Aggressor. Die Ukraine braucht bis heute die militärische Hilfe des Westens, um als Staat überleben zu können.

Publisher Logo

Dieser Artikel ist von Tichys Einblick

Klicke den folgenden Button, um den Artikel auf der Website von Tichys Einblick zu lesen.

Weitere Artikel