Die Presse ist in Rage: Eine Powerpoint-Präsentation der FDP spricht von „offener Feldschlacht“ und „D-Day“. Der Generalsekretär der FDP ist schon zurückgetreten, manche fordern gar schon Lindners Kopf. An dem veröffentlichten Dokument ist zunächst einmal alles lustig: Eine Pyramiden-Grafik in voreingestelltem Powerpoint-Blau habe ich zuletzt in der achten Klasse gesehen, als man versuchte, in der großen Pause einen nicht erledigten Schulvortrag schnell nachzuarbeiten. Die FDP-Pyramide ist dann auch noch falsch herum und was soll das überhaupt heißen: „Impuls – Narrativ qualitativ setzen – Narrativ quantitativ verbreiten – Beginn der offenen Feldschlacht“? Schon ein bisschen witzig, was für einen Schwachsinn man in Berlin so alles in Powerpoint-Präsentationen verballert.
Davon abgesehen: Die meiste Empörung ist nicht wirklich ernst zu nehmen. Journalisten, die sich tagelang über das Wort „D-Day“ aufregen – was soll man davon halten? Letztlich heißt das Wort „Tag X“ auf Englisch und wird doch ständig so in der Art gebraucht – Scholz soll damit mit Hitler gleichgesetzt werden, ernsthaft?
Für den Medienbetrieb ist es eher bezeichnend, sich tagelang an so einem schlechten Witz aufzuhalten, während die echten Skandale nur überall warten – Karl Lauterbach etwa verwickelt sich von Tag zu Tag mehr in Lügen, um darüber hinwegzutäuschen, dass er die Corona-Risikoeinschätzung des RKIs manipulierte. Die fachlich eindeutig erforderliche Absenkung des Covid-Risikos durch das RKI hätte Lauterbachs Impfpflicht-Pläne im Frühjahr 2022 schlagartig beendet. Andersherum gesagt: Die Impfpflicht-Abstimmung stand unter einer von Lauterbach bewusst manipulierten Faktenlage.
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