Die ARD versucht sich offenbar an einer Wiederauflage des „Heißen Stuhls“, einer legendären Polit-Show aus den 1990er-Jahren, mit der RTL damals die Straßen fegte. Einer wird öffentlich gegrillt, und der Plebs lacht höhnisch.
Im Sommerinterview sitzt Alice Seidel in Weiß auf dem heißen Sommerstuhl. Und es dauert keine 40 Sekunden, bis erstmals das Schlagwort von der AfD als „Gefahr für unsere Demokratie“ fällt. Auch „gesichert rechtsextremistisch“ darf selbstverständlich nicht fehlen, wenn die verhasste, leider größte Oppositionspartei beschrieben wird. Dazu eine Handvoll Fragen, die Moderator Markus Preiß lang und breit formuliert, auf die er aber nur klitzekurze Antworten erlaubt. Er fällt seinem Gast ins Wort, er unterbricht, er stellt Aussagen in Frage. Man spürt: Es geht ihm gar nicht um die Antworten, es geht ihm bloß ums Bloßstellen.
So weit, so üblich, so bekannt. Was neu ist, dürfte auch dem letzten Zuschauer die Augen darüber geöffnet haben, wie ungeniert die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten vorgehen, um jemanden in ein möglichst schlechtes Licht zu rücken.
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